03:19 26 Februar 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    5230
    Abonnieren

    Kulturelle Vielfalt in einer gemeinsamen Hiphop-Kultur statt Leitkultur-Debatten fordert die erste deutsche Hiphop-Partei. Die Jugendkultur, die in den Bronx entstanden ist, habe sich als ein erfolgreiches multikulturelles Modell erwiesen, von dem sich die Politik eine Scheibe abschneiden könnte.

    Raphael Hillebrand kommt aus der Hiphop-Szene, ist professioneller Breakdancer und seit neustem auch der Bundesvorstandsvorsitzende der Urbanen, der ersten HipHop-Partei Deutschlands, die am ersten Mai gegründet wurde und schon an der Bundestagswahl teilnimmt.

    „Wir beziehen uns auf die Grundidee von Hiphop“, sagt Hillebrand im Sputnik-Interview. Diese habe sich in den 70er-Jahren in den Bronx in New York herauskristallisiert, wo Puertoricaner, Afroamerikaner und jüdische Einwohner dicht an dicht wohnten. „Da haben sich marginalisierte Menschen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden, eine neue Kultur geschaffen. Malerei, Musik, Tanz völlig neu definiert und demokratisiert.“ Und: „Es gab eine wundervolle kulturelle Explosion, die weltweit Auswirkungen gehabt hat.“

    Hillebrand in Action:

    Vor diesem Hintergrund nehmen sich Leitkultur-Debatten und Integrationszweifel anders aus: „Hiphop hat gezeigt, dass kulturelle Vielfalt kein Problem ist, um das man sich kümmern muss, sondern ein Schatz, eine Grundlage, die der Gesellschaft unglaublich viel geben kann“, führt Hillebrand aus. Da die weltweite Jugendkultur ein Sammelbecken unterschiedlichster Kulturen sei, könnte diese auch dazu beitragen, die Migrationskrise zu lösen. Der Gedanke, man käme heute mit kultureller Homogenität weiter, leuchtet Hillebrand jedenfalls nicht ein, er sagt, das sei eine Antwort auf eine Frage, die bisher falsch gestellt werden sei.

    Auch andere Themen sind für die Partei im Rahmen ihres Parteiprogramms wichtig, allen voran Bildung und Kultur, aber auch zum Beispiel die Abschaffung der Massentierhaltung. Doch das Zugpferd der Partei bleibt das Thema Hiphop, die kulturelle Heterogenität und was es in Deutschland heiße deutsch zu sein, ob man dafür weiß sein müsse oder auch der deutsche Pass ausreichen würde.

    An den Hiphop schließt sich für den Bundesvorsitzenden der Hiphop-Partei eine große Hoffnung an: „Was könnten wir alles bewegen, wenn all die Leute in Deutschland, die schon einmal durch Hiphop im Herzen berührt wurden, gemeinsam sagen würden: Krieg bedeutet, dass alle verlieren. Bildung und Kultur heißt, dass alle gewinnen.“ Bisher, so Hillebrand, mangle es an der Umsetzung, aber er zeigt sich zuversichtlich, denn man habe es bereits in die Bundestagswahl geschafft und: „Von jetzt an können wir nur noch gewinnen.“

    Das komplette Interview zum Nachhören:

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Verschwörungstheorie bestätigt! Reptiloiden bilden erste Partei – Sputnik EXKLUSIV
    Mit 3D-Penis in den Wahlkampf: Neue PARTEI-Plakate der Reihe „Politik zum Anfassen“
    Geile Plakate, diffuse Pläne – die „bergpartei, die überpartei“ Sputnik Exklusiv
    Tags:
    Kultur, Migrationskrise, Parteien, Hip-Hop, Wahlen, Deutschland