22:24 21 Februar 2018
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    US-Geheimdienste durchsuchen die russische Handelsvertretung in Washington

    "Inspektion" mit Einbruch: US-Agenten durchsuchen russische Vertretungen - VIDEOs

    © Sputnik/ Alexej Agaryschew
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    Trotz Protesten aus Moskau haben die US-Geheimdienste am Samstag das russische Generalkonsulat in San Francisco sowie die Handelsvertretungen in Washington und New York durchsucht. Nach russischen Angaben waren an den völkerrechtswidrigen Aktionen FBI-Agenten beteiligt. Mehrere Türen seien aufgebrochen worden. Die US-Seite bestreitet das.

    "Inspektion" mit Einbruch

    Die Durchsuchung der Handelsvertretung begann um 14.00 Uhr Ortszeit (20.00 MEZ). Davor wurden die russischen Diplomaten hinauskomplimentiert, teilte Botschaftssprecher Nikolai Lachonin mit. Wie ein Sputnik-Korrespondent vor Ort berichtet, befand sich der Aufsperrdienst Liberty Lock&Security vor Ort.

    Ein Mitarbeiter sperrte demnach gegen 15.00 Uhr Ortszeit die Hintertür der Handelsvertretung auf. Danach gingen Polizisten mit Kartons und Taschenlampen ins Gebäude.

    Video des russischen Außenamtes: FBI-Agenten durchsuchen das russische Generalkonsulat:

    Laut einer informierten Quelle wurde zudem das Hintertor der Vertretung aufgebrochen, nachdem das Schloss habe nicht geöffnet werden können. Die Sicherheitskräfte verweigerten gegenüber Medien jeden Kommentar. Die Durchsuchung der Handelsvertretung dauerte rund zwei Stunden: Gegen 17.00 Uhr Ortszeit verließen Agenten das Gebäude.

    Video des russischen Außenamtes: US-Behörden durchsuchen die russische Handelsvertretung in Washington:

    Später bestritt ein Sprecher des US State Department, dass Türen aufgebrochen worden seien. Das russische Personal habe sowohl im Generalkonsulat als auch in den beiden Vertretgungen der "Inspektion" beiwohnen dürfen. Diese seien nötig gewesen, um die "Sicherheit des Gebäudes" zu gewährleisten.

    Video des russischen Außenamtes: "FBI im russischen Generalkonsulat in San Francisco":

    „Höllische Clownerie“

    Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa bezeichnete die Durchsuchungen als rechtswidrig und sinnlos sowie als eine „höllische Clownerie“.

    Mit dem Durchsuchen fremder Kleidungsschränke sei es den amerikanischen Geheimdiensten gelungen, ihre ganze Macht zu demonstrieren, kommentierte Sacharowa ironisch auf Facebook. Mit dieser „erniedrigende Zirkusshow von globalem Ausmaß“ habe man die russischen Diplomaten wohl zu einer aggressiven Reaktion provozieren wollen.

    Konflikt unter Obama begonnen

    Der diplomatische Streit zwischen Russland und den USA hatte Ende 2016 begonnen. Der damalige US-Präsident Barack Obama ließ drei Wochen vor seinem Ausscheiden aus dem Amt 35 russische Diplomaten ausweisen und Freizeitanlagen russischer Diplomaten in den USA schließen. 

    Moskau hatte damals von einer Reaktion abgesehen — in der Hoffnung auf bessere Beziehungen zu Washington unter Obamas Nachfolger Donald Trump. Weil das diplomatische Vermögen Russlands auch unter Trump gesperrt blieb und der US-Kongress Ende Juli sogar weitreichende Sanktionen gegen Russland verhängte, forderte Moskau von Washington, sein Botschaftspersonal in Russland mit dem russischen Botschaftspersonal in den USA zahlenmäßig in Einklang zu bringen.

    In diesem Zusammenhang hatte Russlands Präsident Wladimir Putin damals mitgeteilt, dass insgesamt 300 Mitarbeiter der amerikanischen Botschaft in Moskau und einzelner Konsulate das Land verlassen müssten. Der Mitarbeiterstab war somit von 755 auf 455 gekürzt worden. Als Reaktion darauf hatten die USA bereits die Visa-Ausgabe in Russland massiv eingeschränkt. Am vergangenen Donnerstag ordnete die US-Regierung die Schließung des russischen Konsulats in San Francisco und von zwei Außenstellen in Washington und New York an.

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    Tags:
    New York, USA, Washington, Russland