00:13 18 November 2019
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    Bundeskanzlerin Angela Merkel (L) und Martin Schulz (Archivbild)

    „Welche Verwendung hat man für Schulz nach der Wahl?“- Eindrücke vom TV-Duell

    © AP Photo / RTL via AP
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    Während CDU und SPD ihre Kandidaten für ihren TV-Auftritt feiern, kommt beim Rest der Republik wenig Freude auf. Ex-BDI-Chef Hans-Olaf Henkel kritisiert vor allem den Sozialdemokraten.

    Die meisten Umfragen sehen die Bundeskanzlerin als Gewinner des TV-Duells. Henkel kann dem nicht zustimmen. Er hätte sich die Opposition mit am TV-Studio in Berlin-Adlershof gewünscht. So war das Ganze für den EU-Abgeordneten der Liberal-Konservativen Reformer (LKR) eher ein Duett. „Wenn Schulz Merkel hätte angreifen wollen, hätte er die Politik seiner Partei angreifen müssen.“ So habe sich gezeigt, dass das sogenannte Duell zweier Personen, die die Regierung repräsentieren, keine gute Idee ist.

    Henkel: „Ich hätte gerne mit am Tisch gesessen“

    Merkel bekommt von Henkel zum wiederholten Male Kritik für ihre Flüchtlings- und Energiepolitik, die schädlich für die Wirtschaft sei.

    Thematisch geht er auch mit den vier Moderatoren des Kanzler-Duells ins Gericht:

    „Gerne hätte ich mit am Tisch gesessen. Ich weiß, das ist ein vermessener Anspruch. Aber ich habe eine Diskussion über die Euro- und Banken-Politik vermisst. Ich hätte gerne von Merkel und Schulz gehört, ob sie sich für die Vereinigten Staaten von Europa aussprechen oder ein Europa souveräner Staaten.“

    Dann knöpft sich Henkel Martin Schulz vor. Auf die Frage, ob der SPD-Mann wirklich noch vorhabe, bei der Wahl am 24. September Bundeskanzler zu werden, antwortet der 77-jährige: „Nein. Das hatte er, glaube ich, nie richtig vor. Ich habe das in Brüssel ja mitbekommen. Es begann alles damit, dass man ihm seinen Wunsch abgeschlagen hat, noch zweieinhalb Jahre Präsident des Europäischen Parlaments zu sein. Der Mann suchte einen Job.“ Dann ging Schulz laut Henkel nach Nordrhein-Westfalen zurück zur SPD. „Ohne, dass er das eigentlich geplant hatte, wurde Schulz dann zum Parteivorsitzenden und zum Kanzlerkandidaten gemacht. Ich bin mal gespannt, welche Verwendung man nach der Bundestagswahl für ihn hat.“

    Zum Ausgang der Bundestagswahl befragt, seufzt Henkel: „Tja, es wird wohl wieder auf eine Große Koalition hinauslaufen.“

    Das komplette Interview finden Sie hier:

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    Tags:
    Wahlkampf, TV-Duell, SPD, CDU, Hans-Olaf Henkel, Martin Schulz, Angela Merkel, Deutschland