01:38 24 Oktober 2018
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    SPD-Bundeskanzlerkandidat Martin Schulz (Archivbild)

    Wie die „Mutti“ so der Martin – Schulz trifft Youtuber

    © AFP 2018 / TOBIAS SCHWARZ
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    SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz hat sich am Dienstag wie zuvor Kanzlerin Angela Merkel den Fragen von vier Youtubern gestellt. Neben seinen Antworten zu Russland, Donald Trump, dem türkischen Präsidenten Erdogan hat er dabei „den zweitgrößten Mist seines Lebens“ verraten.

    Der Youtuber „MrWissen2Go“ fragte Schulz zu seinem Verhältnis zu Russlands Präsidenten Wladimir Putin.

    „Putins Politik ist nicht meine Politik“, antwortete der SPD-Kanzlerkandidat erwartungsgemäß. Immerhin hält Schulz Putin nicht für einen Autokraten und meinte: „Wir müssen versuchen, ein vernünftiges Verhältnis zu Russland zu bekommen.“

    Sobald Russland die internationalen Regeln wieder einhalte, könnten auch die Sanktionen wieder fallen.

    Dann ging es um Donald Trump. Schulz würde dem US-Präsidenten wesentlich kritischer gegenübertreten als es Kanzlerin Merkel macht: „Gerade ein deutscher Kanzler müsste dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika sagen: Ihre Politik, sich nicht von Menschen zu distanzieren, die mit Hakenkreuzflaggen durch die Straßen ziehen, diese Art von Politik kann nicht die Art von Politik Deutschlands sein.“ Dann wiederholte Schulz sein Ziel, die US-Atomwaffen aus Deutschland abziehen zu wollen.

    Bei der Frage, ob er etwas an der Anzahl US-Stützpunkten und der NSA-Zentrale in Deutschland ändern würde, wurde Schulz zaghafter: „Es ist die Frage, ob ich was ändern kann.“ Grundsätzlich findet der 61-Jährige die US-Stützpunkte auf deutschem Boden gut:

    „Die Amerikaner haben sehr lange die Sicherheit Deutschland gewährleistet.“ Die Aktivitäten der NSA betrachtet er wesentlich kritischer – und zitierte Angela Merkel: „Sie erinnern sich: Freunde ausspionieren, das geht gar nicht. Aber da muss ich mal darauf hinweisen: Das ist unter Barack Obama passiert.“

    Auch zum türkischen Präsidenten äußerte sich Schultz im Gespräch mit der deutsch-türkischen Youtuberin „Nihan“: „Recep Tayyip Erdogan ist interessanter Politiker. Er akzeptiert Leute, die so hart sind wie er. Er ist ein Mann, der Klartext liebt und ich auch.“ Darum müsse ihm mit Härte begegnet werden, um etwas zu erreichen. Auch da klingt leise Kritik am Umgang der Bundeskanzlerin durch.

    Schulz wurde auch persönlich und sprach seinen Alkoholismus an: „Mit 24 Jahren war ich an einem Tiefstpunkt. Ohne Freunde und Familie wäre ich da wahrscheinlich nicht herausgekommen. Ich kenne das Leben von ganz oben und ganz unten.“ Auch an seine Jugend erinnerte er sich. Der SPD-Politiker flog von der Schule und er gestand den „zweitgrößten Mist“, den er je gebaut habe: „In einer durchzechten Nacht ein Paket Waschpulver ins Freibad geschüttet.“ 

    Zum Schluss wandte er sich direkt an das Youtube-Publikum und ermutigte junge Menschen, ihr eigenes Ding zu machen: „Man muss den Mut haben, einen ungewöhnlichen Lebensweg zu gehen, das ist super.“ Ob ihm diese Tipps und Geständnisse etwas bringen werden, erfährt der SPD-Politiker am 24. September bei der Bundestagswahl.

    Den SPD-Kandidaten nahmen die Youtube-Stars „MrWissen2Go“, "ItsColeslaw", „MarcelScorpion“und „Nihan“ ins vorsichtige Kreuzverhör. Die beiden Ersteren waren schon beim Youtube-Interview mit Kanzlerin Merkel am 16. August dabei, neben "AlexiBexi" und "Ischtar Isik".

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    Tags:
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