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05:55 19 August 2019
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    IS-Kämpfer (Archivbild)

    Islamismus statt Kommunismus: „Das ausgewechselte Gespenst“ geht um

    © AFP 2019 / BARAA AL-HALABI
    Politik
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    Zwischen Kommunismus und politischem Islamismus lassen sich klare Parallelen ziehen – diesen Standpunkt vertritt zumindest der russische Publizist und Buchautor Leonid Mletschin in einem Gastbeitrag für die Zeitschrift „Ogonjok“.

    „Der politische Islamismus hat derzeit das Vakuum gefüllt, das nach dem Zusammenbruch der beiden politischen Ideologien entstanden war, die einst junge Menschen so fasziniert hatten: Kommunismus und Nationalismus“, postuliert Mletschin in seinem Artikel mit der Überschrift „Das ausgetauschte Gespenst“. 

    Er betont:

    „Aus jenen Theorien ist nichts geworden. Politiker, die mit jenen Parolen die Macht ergriffen hatten, mutierten zu Tyrannen, die ihre Familien und ihre Diener großzügig bereicherten. Die Ideen der Islamisten finden dagegen nicht nur in arabischen Ländern Resonanz – sie wurden zu einer starken Waffe des sozialen und politischen Protests.“

    „Die Zahl der Islamisten nimmt dort zu, wo die Menschen mit ihrem Leben unzufrieden sind; wo es viele junge Leute gibt, die nichts zu tun haben und keine Perspektive sehen. Sie werden allen voran von den Rektrutierern ins Visier genommen“, so der Kommentar.

    „Islamistische Kämpfer, die in Europa agieren, kennen kein Arabisch, beten in keinen Moscheen und haben den Koran nicht gelesen. Sie greifen zu Waffen, um ihre Aggression rauszulassen – gegen das Land, in dem sie leben und dessen Verhältnisse sie hassen. Und wie viele Kommunisten hatten einst die Werke von Karl Marx durchwälzt?“, fragt Mletschin.

    „Die Kommunisten hatten um eine Weltrevolution gekämpft und die Proletarier aller Länder zu einer Vereinigung aufgefordert – nun akzeptieren auch die Islamisten keine Grenzen (…) Dutzendtausende Freiwillige aus 86 Ländern kamen in den Irak und nach Syrien, um für die Gründung eines Weltkalifats zu kämpfen!“, heißt es im Artikel.

    „Die Islamisten – wie einst die Kommunisten – wollen eine doppelte Aufgabe lösen, und zwar ihre im Luxus versinkenden Herrscher stürzen und den Westen niederschlagen. Ihre Herzen erhitzt der Verdruss darüber, dass siу am Wegesrand gelandet sind: Der Westen floriert ja herausfordernd, während sie selbst dahinvegetieren“, so Mletschin weiter.

    Das Ziel der Islamisten sei ein totalitärer Staat, der den Menschen völlig kontrolliere. Das Andersdenken werde als Schwerverbrechen oder als Krankheit betrachtet. Der politische Islamismus wirke für Millionen Menschen verlockend und sei gegenwärtig die ernsthafteste Kraft von Weltausmaß, heißt es.

    „Das von Karl Marx einst gesichtete Gespenst des Kommunismus hat Europa verlassen. Andere Zeiten sind gekommen. Unter dem Motto ‚Vorwärts in die Vergangenheit‘ attackieren die Ignoranten und die Anmaßenden, die Neid- und Hasserfüllten, die Ratlosen und die Unsicheren, die von der Gegenwart Enttäuschten und sich vor der Zukunft Fürchtenden unsere Welt“, schreibt der Publizist.

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    Tags:
    Meinung, Islamismus, Analyse, Nationalismus, Kommunismus, IS, Russland