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    Experte: Litauen verkauft Russophobie – Hauptsache EU-Gelder kommen

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    Litauen wärmt das alte Märchen von der „russischen Gefahr“ wieder auf, um eigene Probleme auf Kosten der EU zu lösen, wie der Politologe und Historiker Michail Smolin im Sputnik-Interview erklärt.

    Solange der Westen Russophobie nachfrage, solange werde diese auch geschürt. Und Russophobie sei auch „das einzige, was Litauen im Ausland verkaufen kann“, sagte der Experte.

    Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaite hatte der Nachrichtenagentur „Delfi“ gesagt, Wladimir Putin habe ihr bei einem Treffen in 2010 „eine Liste mit Forderungen“ vorgelegt, „die Litauen erfüllen muss: Auf den Bau des Kernkraftwerks verzichten, mit den Russen zusammenarbeiten usw.“, so die Präsidentin laut der Agentur.

    Dmitri Peskow, Sprecher des russischen Präsidenten, hat die Äußerung von Grybauskaite über die angebliche Forderungsliste jedoch zurückgewiesen: „Nein. Das ist unwahr“, sagte er.

    Die Äußerung der litauischen Präsidentin sei nichts weiter als eine Botschaft an ihre Kollegen in der EU und der NATO, erklärt indes der Politologe Smolin.

    „Ein großes Problem für Litauen ist das Kernkraftwerk Ignalina. Dieses wurde auf Forderung der EU stillgelegt, wofür Brüssel eine Milliarde Euro bereitstellte. Die Stilllegung war eine Bedingung für Litauens EU-Beitritt. Die litauische Führung hatte gehofft, die EU werde einen Haufen Geld für den Bau eines neuen Kraftwerks mit westlichen Reaktoren geben. Das Geld kam aber nicht – dafür hat Litauen jetzt Probleme mit der Energieversorgung“, erklärt der Experte.

    Dass die litauische Präsidentin das Kernkraftwerk jetzt wieder erwähnt habe, sei ein Signal an ihre Partner in der EU und der NATO – nach dem Motto: Die baltischen Staaten müssten vom bösen Russland beschützt werden, sie seien ja klein und arm, sagt der Politologe weiter.

    Der Experte bemerkt: „Außer dem Kernkraftwerk hat Grybauskaite weiter nichts aus der angeblichen Forderungsliste von Putin erwähnt.“ Könne da überhaupt von einer Liste die Rede sein?

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    Russophobie, Experte, EU, NATO, Dmitri Peskow, Litauen, Russland