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13:28 18 August 2019
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    Russlands Präsident Wladimir Putin (Vordergrund), Japans Premierminister Shinzo Abe auf Pressekonferenz in Moskau

    Japans Premier zu Putin: "Wladimir, das müssen wir zusammen schaffen"

    © Sputnik / Sergej Gunejew
    Politik
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    Japans Premierminister Shinzo Abe hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin aufgerufen, endlich die „unnormale Situation“ in den Beziehungen der beiden Länder zu beenden. Er hat dabei die Notwendigkeit eines Friedensabkommens zwischen Japan und Russland betont.

    „In nur einem Jahr wurden zwischen Japan und Russland Fortschritte erzielt, die wir in den 70 Jahren davor nicht erreichen konnten“, sagte Abe beim 3. Östlichen Wirtschaftsform in Wladiwostok am Donnerstag.

    Wenn man in einem solchen Tempo weitermache, werde man in ein paar Jahren als Ergebnis ein ausgezeichnetes russisch-japanisches Verhältnis haben.

    „Genau deswegen sollten wir der unnormalen Situation, in der wir bis heute keinen Friedensvertrag haben, ein Ende setzen. Wladimir, diese Aufgabe müssen wir zusammen schaffen“, sagte Abe zu Putin.

    „Lass uns alle Schwierigkeiten überwältigen und den jungen Menschen der nächsten Generation eine Welt hinterlassen, in der zwei Staaten, Japan und Russland, ihr Potenzial entfalten können“, betonte der japanische Regierungschef.

    Zwischen Russland und Japan gibt es einen Territorialstreit um die Kurilen-Inseln. Nach der Kapitulation des japanischen Kaiserreichs im Zweiten Weltkrieg war der gesamte Inselbogen an die Sowjetunion gefallen, was völkerrechtlich festgehalten worden war. Japan hatte die südlichen Kurilen-Inseln Iturup, Kunaschir, Schikotan und die Inselgruppe Habomai für unrechtmäßig besetzt gehalten und deren Rückgabe gefordert.

    Aus diesem Grund gibt es zwischen Russland und Japan seit dem Zweiten Weltkrieg bis heute keinen Friedensvertrag. Stattdessen hatten beide Staaten 1956 eine gemeinsame Deklaration verabschiedet, mit der der Kriegszustand beendet wurde.

    Darin hatte sich die damalige Sowjetunion als Geste guten Willens bereit erklärt, im Falle eines Friedensvertrages die Inseln Schikotan sowie die Habomai-Gruppe an Japan zu übertragen. Doch Japan fordert alle vier Inseln zurück und beruft sich dabei auf einen bilateralen Handels- und Grenzvertrag von 1855, in dem diese Inseln als japanisch anerkannt worden waren.

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    Tags:
    Friedensvertrag, Wladimir Putin, Shinzo Abe, Japan, Russland