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    „Gangstertricks der USA“: Ex-Botschafter Kisljak weiß, was Moskau am besten tun soll

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    Politik
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    Die Kräfteverhältnisse in der Welt verschieben sich, nicht grade zugunsten der USA. Nur tut sich Washington schwer damit und gebärdet sich weiter als Weltherrscher – jüngst wieder beim Umgang mit Russlands diplomatischem Eigentum. Wie Moskau dem begegnen kann, erklärt der Politologe Andrej Manoilo im Sputnik-Interview.

    Das politische Establishment der Vereinigten Staaten habe es einfach nicht begriffen: Die USA hätten keine Möglichkeit mehr, die absolute Macht für sich zu beanspruchen, sagte Russlands ehemaliger Botschafter in Washington, Sergej Kisljak, der Zeitung „Iswestija“. Deshalb verhalte sich Washington so wie früher.

    „Was jetzt geschieht, ist das Ergebnis der schwierigen Anpassung der Vereinigten Staaten an die Welt, die sich verändert“, sagte er. Und in dieser Welt hätten sie keine Möglichkeit mehr, „absolut zu dominieren“.

    So hatten die USA von Russland gefordert, das russische Konsulat in San Francisco zu schließen sowie zwei Immobilien der russischen Handelsvertretung in Washington und New York. Moskau indes werde auf eine „symmetrische Antwort“ verzichten und stattdessen zu anderen Mitteln greifen, sagte der Politologe Andrej Manoilo, Professor an der Staatlichen Moskauer Universität, im Sputnik-Gespräch.

    Natürlich sei es möglich, sagt er, „weiterhin einander Immobilien wegzunehmen“. Nur: Strategisch mache dies wenig Sinn.

    Dem im Grunde gangsterhaften Verhalten der US-Führung werde Moskau etwas grundlegend anderes entgegensetzen: Russland sollte sein hohes diplomatisches Können an den Tag legen und „diese Jungs“ einfach im Regen stehen lassen.

    „Man sollte nicht nach Regeln spielen, die man uns nicht mal anbietet, sondern einfach nur aufzwingt, in der klaren Absicht, uns zu diskreditieren“, rät der Professor. „Wir sind ein großes Land. Dies kann man am Verhalten unserer Diplomaten ablesen, die kein Gangstertrick aus der Fassung bringt“, stellt der Politikwissenschaftler fest.

    Wie zur Bestätigung dieser Position sagte Sergej Kisljak, der russische Ex-Botschafter in Washington, der Zeitung „Iswestija“ außerdem: „Der Minister Sergej Lawrow hat absolut recht, wenn er sagt, dass wir die Lage sorgfältig prüfen müssen. Ich bin überzeugt: Wir werden in aller Ruhe weitere Schritte beschließen und Gegenmaßnahmen ergreifen – zumal es viele Varianten dafür gibt.“

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    Tags:
    Strategie, Beziehungen, Gegenmaßnahmen, Konsulat, Sergej Kisljak, Russland, USA