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00:51 17 Juli 2019
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    sowjetische Flotte (Archivbild)

    CIA gibt Top-Secret-Archiv über Sowjetflotte frei – warum ausgerechnet jetzt?

    © Sputnik / Jurij Somov
    Politik
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    Wie kriegt Pentagon noch mehr Staatsgeld fürs Militär, wenn Kriegseinsätze und Rüstungsprojekte nicht ganz so laufen wie sie sollen? Es zeigt einfach mit dem Finger auf Andere. Da kommt ein Geheimarchiv über das „Reich des Bösen“ gerade recht, wie der Militärexperte und Oberst a.D. Alexander Schilin im Sputnik-Gespräch erklärt.

    Was heute mit dem Pentagon passiert, zeigt eines ganz deutlich: „Das US-Verteidigungsministerium steckt in einer schweren Krise“, sagt der Analyst. „Da kommen haarsträubende Details über die F-35 ans Licht – wieviel da gestohlen wurde. Oder etwa beim Einmarsch in den Irak: Ungeheure Summen wurden abgeschrieben. Davon muss man jetzt mal dringend ablenken, also gibt man Geheimarchive frei“, sagt Schilin.

    „Wenn es dann um das schrecklich niedrige Ausbildungsniveau der US-Armee geht, veröffentlichen sie Daten darüber, dass auch die Sowjetarmee angeblich schlecht war“, erklärt der Experte. Das Pentagon „dämonisiert Russland und sagt auf diese Weise: Gebt uns noch mehr Geld fürs Militärbudget.“

    Die CIA hat nämlich Geheimarchive über den Zustand der Sowjetmarine zu Zeiten des Kalten Krieges freigegeben. Auf den mehr als 2000 Seiten sind Spionagedaten und russische Fachartikel aus der Zeit zwischen den Sechziger- und Achtzigerjahren enthalten, die ins Englische übersetzt wurden.

    Den Großteil davon lieferten zwei Sowjetoffiziere, die vom US-Geheimdienst angeworben worden waren: Oberst Oleg Penkowskij und Oberstleutnant Petr Popow. Beide dienten in der sowjetischen Militäraufklärung GRU.

    Weitere Daten gelangten aus „illegalen Quellen“ an die CIA, deren Namen geheim bleiben.

    In den Berichten geht es unter anderem um den Bau eines Atom-U-Boots und die Entwicklung von Kernwaffen durch die Sowjetunion. In dieser Hinsicht würdigt die CIA ganz besonders den Einsatz von Oberst Penkowskij. Dieser hatte dem US-Nachrichtendienst in den Jahren 1961-62 rund 5.000 Geheimdokumente übergeben – darunter auch „unschätzbare Daten über Chruschtschows Absichten, die Sowjetmarine und —armee für außenpolitische Zwecke einzusetzen“, heißt es.

    Auch hätten die Geheiminformationen dazu beigetragen, die Militärdoktrin der Sowjets und den Zustand der Sowjetmarine besser einzuschätzen: Die Daten seien damals unmittelbar dem US-Präsidenten, dem Außenminister und dem Pentagon-Chef zugeführt worden.

    Dass die CIA dieses Geheimarchiv ausgerechnet jetzt an die Öffentlichkeit bringt, überrascht den Analysten Schilin nicht: „Die US-Amerikaner müssen sich heute beeilen, Russlands Armee beim Können und bei der Kampferfahrung einzuholen. Beispielsweise als wir unsere Luftwaffe nach Syrien verlegten, merkte nicht ein einziges NATO-Radar, was passierte. Sie sahen uns erst, als wir schon in Syrien flogen. Und die Angriffe unserer Marine auf Terroristen von unter Wasser aus, haben gezeigt: Wenn es sein muss, liefern wir Raketen auch ins Weiße Haus, direkt durchs Fenster“, sagt der Experte.

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    Tags:
    Daten, Archiv, Geheimnisse, Russlands Seestreitkräfte, CIA, UdSSR, USA, Russland