06:54 20 November 2017
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    Nato-Großmanöver Rapid Trident (Archivbild)

    „Nichts als Propaganda“: Was sich Ukraine von Nato-Manöver erhofft

    © Sputnik/ Stringer
    Politik
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    Im Westen der Ukraine startet das Nato-Manöver „Rapid Trident 2017“. Der russische Militärexperte Wiktor Baranez sagte gegenüber Radio Sputnik, dass es in diesen Übungen mehr Propaganda als praktischen Sinn gebe.

    An den Nato-Übungen „Rapid Trident 2017“ in der Ukraine nehmen bis zu 2000 Soldaten aus den USA und anderen Mitgliedsstaaten des Militärbündnisses teil, die Kampfaufgaben mit Waffen und Militärtechnik, darunter sechs Flugzeugen und zehn Hubschraubern, üben werden. Das Manöver findet auf einem Militärstützpunkt bei Lwiw im Westen des Landes statt.

    Laut dem ukrainischen Verteidigungsminister Stepan Poltorak können ukrainische Soldaten dank dieser gemeinsamen Vorbereitung Kriterien und Standards der Nato-Länder „kennenlernen“. Die Partner könnten wiederum Erfahrungen von den ukrainischen Militärs, die diese bei den Kampfhandlungen im Donbass bekommen haben, übernehmen.

    Wiktor Baranez, russischer Militärexperte und Oberst außer Dienst, ist allerdings der Auffassung, dass diese Übungen mehr Propaganda als praktischen Sinn enthielten.

    „Die jetzigen ukrainischen Behörden versuchen auf jede Art und Weise, in die  ,Nato-Achsel‘ zu klettern: Sie rufen mit allen Mitteln zu Übungen auf, um die Verbindung zu der Nato zu zeigen. Das Manöver wird nur mit einer Hoffnung durchgeführt: möglichst schnell die ukrainische Armee zu den Nato-Standards anzuhalten. Aber hier geht es nicht um einen praktischen oder militärischen Sinn, sondern eher um eine propagandistische und natürlich antirussische Botschaft“, so der Experte.

    Er verwies darauf, dass dieses Manöver im Vorfeld der russisch-weißrussischen Militärübungen „Zapad 2017“ („Westen 2017“) startete. Alle Nato-Übungen haben ihm zufolge die gleiche Legende: „Ein großer östlicher Nachbar greift ein kleines hilfloses Land an.“

    Bei diesem Manöver handele es sich zudem nicht um einen Erfahrungsaustausch:

    „Das alles sind nur leere Deklarationen. Was kann die ukrainische Armee den Nato-Partnern vorlegen, wenn sie sich selbst in einem halbzerfallenen Zustand befindet? Diese Armee ist nur dank Zaubersprüchen des Präsidenten Poroschenko stark. Er hat sie vor Kurzem als  ‚stärkste in Europa‘ bezeichnet.“

    Doch in dem aktuellen Rating des internationalen Unternehmens Global Firepower, das Armeen weltweit vergleicht, belegt die Ukraine nur den 30. Platz.

    „Die  ,Stärke‘ der ukrainischen Armee  ist weitgehend ein Mythos“, so der Experte abschließend.

    Das Manöver „Rapid Trident“ wird seit 2006 im Rahmen des Programms  „Partnerschaft für Frieden“ durchgeführt.

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    Tags:
    Armee, Erfahrungen, Soldaten, Rapid Trident 2017, Manöver "Zapad 2017", NATO, Stepan Poltorak, Petro Poroschenko, Donbass, USA, Ukraine
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