11:15 12 Dezember 2017
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    Anti-Terror-Experte warnt: Wenn IS und Al Qaida „gemeinsame Sache machen“

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    Der Anti-Terror-Koordinator der EU, Gilles de Kerchove, hat in einem Interview für die „Welt am Sonntag“ Gründe für eine mögliche Wiedervereinigung der Terrororganisationen Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS) und Al Qaida angeführt.

    „Es kann gut sein, dass sich der ‚Islamische Staat‘ und Al Qaida auf mittlere Sicht wieder annähern und möglicherweise sogar gemeinsame Sache machen“, sagte de Kerchove.

    Ihm zufolge sind die Ursachen, die in der Vergangenheit zur Spaltung der Terrormilizen geführt hatten, heutzutage nicht mehr von solch wichtiger Bedeutung.

    „Der erste Grund war eine persönliche Feindschaft zwischen IS-Führer Abu Bakr al-Baghdadi, der möglicherweise tot ist, und Al-Qaida-Führer Aiman al-Sawahiri. Der Mann ist heute alt und spielt wahrscheinlich nicht mehr eine so starke Rolle.“

    Als einen weiteren Grund für die Differenzen bezeichnete de Kerchove die Dauer der Gründung eines Kalifats. Für Al Qaida wäre das Kalifat ein langfristiges Ziel, während der IS es dagegen möglichst schnell aufbauen wollte.

    Zudem würde Hamza Bin Laden, der Sohn von Osama Bin Laden, immer einflussreicher in Al Qaida. Seine Rhetorik gegenüber dem IS sei weniger aggressiv, und er verfolge vermutlich das Ziel, die beiden Organisationen wieder anzunähern.

     

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    Tags:
    Terrororganisationen, Welt am Sonntag, EU, Al-Qaida, Terrormiliz Daesh, Hamza Bin Laden, Abu Bakr al-Baghdadi, Gilles de Kerchove, Aiman al-Sawahiri
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