04:47 25 November 2017
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    Wegen Krim-Vergleich: Russischer Sicherheitspolitiker übt Kritik an Merkel

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    Politik
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    Das Mitglied des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses im russischen Föderationsrat (Parlamentsoberhaus) Alexej Puschkow hat via Twitter die jüngste Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Wiedervereinigung der Krim mit Russland heftig kritisiert.

    „Zu Merkels Kenntnis: Wenn man etwas mit der Wiedervereinigung Deutschlands vergleicht, muss damit gerade die Wiedervereinigung der Krim mit Russland nach einer künstlichen Trennung verglichen werden“, sagte der Sicherheitspolitiker.

    ​Er betonte dabei, dass sich die Bundeskanzlerin nicht mit falschen Vergleichen beschäftigen sollte. Stattdessen sollte sie sich an die Rolle Moskaus beim Fall der Berliner Mauer erinnern.

    „Nicht Kiew ist das deutsche Volk zu Dank verpflichtet“, schrieb er ferner auf Twitter.

    ​Damit reagierte Puschkow auf eine Aussage der deutschen Bundeskanzlerin, die die Wiedervereinigung der Halbinsel Krim mit Russland mit der deutschen Teilung in die DDR und BRD verglichen hatte.

    „Wenn ich jetzt zum Beispiel so höre, die russische Annexion der Krim müsse man einfach akzeptieren, dann überlege ich: Was wäre denn passiert, wenn man damals so mit uns in der DDR umgegangen wäre, nach dem Motto, ist ja klar, dass Deutschland geteilt bleibt, daran wird sich nichts mehr ändern“, sagte Merkel in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Zugleich bezeichnete die Kanzlerin Menschen, die bereit seien, für etwas lange zu kämpfen, als „mutig“.

    Zuvor hatte der FDP-Chef und Spitzenkandidat der Liberaldemokraten bei den Bundestagswahlen, Christian Lindner, in einem Gespräch mit der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ vorgeschlagen, die Krim als „dauerhaftes Provisorium“ anzusehen und den Konflikt „einzukapseln“. Später hatte auch AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland in einem Interview für die Zeitungen der Funke-Mediengruppe gefordert, die Krim als Teil Russlands anzuerkennen.

    Nach dem Staatsstreich im Februar 2014 in Kiew war es auf der Krim und im Osten der Ukraine zu Massenprotesten gekommen. Die Behörden der Krim und von Sewastopol hatten am 16. März 2014 ein Referendum zur Frage der Wiedervereinigung mit Russland durchgeführt. Für den Russland-Beitritt stimmten 96,7 Prozent bzw. 95,6 Prozent der Bürger. Die Ukraine, die EU und die USA wollen die Resultate des Referendums nicht anerkennen. Moskau erklärte mehrmals, dass der Beitritt der Region in strikter Übereinstimmung mit völkerrechtlichen Normen erfolgt war.

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    Tags:
    Vergleich, Kritik, Alexander Merkel, Alexej Puschkow, Krim, Deutschland, Russland