12:44 20 Februar 2018
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    Bayerischer Innenminister Joachim Herrmann

    „Natürlich war das ein Kontrollverlust“ – Bayerns Innenminister zur Flüchtlingskrise

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    Politik
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    Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) spricht sich für strenge Asyl-Regeln aus. Die hohen Flüchtlingszahlen haben aus seiner Sicht die Sicherheitslage in Deutschland verschlechtert. In einem Interview mit der „Bild“-Zeitung hat Herrmann gefordert, die EU-Außengrenzen effektiv zu kontrollieren.

    In zweieinhalb Jahren kamen laut dem Blatt rund 1,5 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland, 70 Prozent davon hätten keine Papiere. Herrmann, der im Fall des Union-Sieges bei der kommenden Bundestagswahl Bundesinnenminister werden soll, bezeichnete das als „Kontrollverlust“.

    „Wer seine Identität nicht belegen kann, der hat an sich schon keinen Anspruch auf Asyl. Er muss ja beweisen, dass er aus einem Land kommt, in dem er politisch verfolgt wird“, sagte er in dem am Sonntag online veröffentlichten „Bild“-Streitgespräch mit seinem niedersächsischen Amtskollegen Boris Pistorius (SPD).

    Wer sich seiner Meinung nach weigert, bei der Identitätsfindung zu helfen, solle in Deutschland auch kein Asyl erhalten und an der Grenze abgewiesen werden. Tatsächlich gebe es unter den Flüchtlingen Leute, „die böse Absichten haben“.

    „Durch die sehr hohe Zahl unkontrollierter Flüchtlinge ist die Sicherheitslage in Deutschland nicht besser geworden.“, schätzte Herrmann ein.

    Er plädierte für effektive Kontrollen an den Außengrenzen der EU und warf der Bundesregierung vor, Italiens und Griechenlands Bitten um Hilfe mit dem zunehmenden Flüchtlingsstrom zu ignorieren. Demnach sehe „europäische Solidarität anders aus“.

    „Wir müssen wissen, wer zu uns kommt, um die Bevölkerung vor Kriminellen und Terroristen zu schützen. Alles andere ist komplett verantwortungslos.“, so Herrmann.

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    Tags:
    Flüchtlingskriminalität, Flüchtlingskrise, Migranten, CSU, Joachim Herrmann, Deutschland
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