13:52 19 September 2017
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    Österreichs Bundeskanzler Christian Kern in Brüssel

    Österreich lehnt Junckers EU-Plan strickt ab

    © AFP 2017/ John Thys
    Politik
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    Der österreichische Bundeskanzler Christian Kern und Außenminister Sebastian Kurz haben einhellig den Vorschlag des EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker abgelehnt, die Euro-Zone auf alle Mitgliedsländer auszudehnen. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag.

    Kanzler Kern hat laut der Agentur das Juncker-Konzept als undurchdacht bezeichnet. Er forderte „ein Mehr an Europa“ in wirtschaftlichen Fragen sowie beim Kampf gegen Steuerbetrug, Lohn- und Sozialdumping. Bevor das alles nicht erledigt sei, ergebe eine Erweiterung der Eurozone keinen Sinn, sagte er laut Reuters. Dies würde nur die Probleme vergrößern. 

    Außenminister Kurz verwies dabei auf das Negativbeispiel Griechenland, das in die Euro-Zone aufgenommen wurde, ohne die erforderlichen finanz-wirtschaftlichen Kriterien erfüllt zu haben. Man müsse künftig vermeiden, dass es so eine Situation wie in Griechenland wieder geben werde, so Kurz. 

    Juncker hatte am Mittwoch in seiner Rede zur Lage der Europäischen Union mehr Kooperation der Mitgliedsländer gefordert. So sollen alle EU-Länder den Euro übernehmen. Zudem will er Finanzhilfen für ärmere Mitgliedsstaaten wie Rumänien oder Bulgarien, um sie fit für den Euro zu machen. 

    Juncker forderte auch eine Ausdehnung des Schengen-Raums auf alle EU-Staaten.

     

     

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    Tags:
    Schengenraum, Ausdehnung, Plan, Eurozone, Christian Kern, Sebastian Kurz, Jean-Claude Juncker, Europäische Union, Österreich
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