10:38 25 November 2017
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    Kaspersky Lab (Archivbild)

    Kaspersky-Bann in USA: Was wäre, wenn Russland Apple und Microsoft verböte?

    CC BY-SA 2.0 / NTNU – Norwegian University of Science and Technology / Starmus2017_KasperskyHub_KD
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    Zu gefährlich ist die Software von Kaspersky Lab für die innere Sicherheit der Vereinigten Staaten – so sieht es das US-Heimatschutzministerium. Alle Behörden des Landes sollen die Nutzung dieser Programme einstellen. Ein sehr eigensinniger Umgang mit Konkurrenz sei das, sagt der Politologe Wladimir Bruter im Sputnik-Gespräch.

    Kaspersky Lab habe niemals eine Regierung bei Cyberspionage oder Aggression im Cyberraum unterstützt und werde dies auch niemals tun, erklärte das Unternehmen unlängst. Dennoch hat das US-Heimatschutzministerium am Mittwoch alle Behörden des Landes angewiesen, auf die Nutzung der Software des russischen IT-Spezialisten zu verzichten – angeblich könnte der russische Staat auf die Programme zugreifen. Die Vorwürfe des Ministeriums gründen auf unwahren und unrichtigen Daten, erklärte Kaspersky Lab.

    Die USA zeigten mit ihrem Vorgehen gegen den russischen Software-Entwickler ein sehr eigensinniges Konkurrenzverständnis, sagte der Politologe Bruter.

    „Stellen Sie sich nur vor, man würde in Russland amtlich verkünden, dass Apple und Microsoft eng mit US-Geheimdiensten kooperieren und ihre Produkte deshalb auf russischem Territorium verboten werden müssen – sie gefährden ja die innere Sicherheit. Für die USA wäre dies die größte Gefahr für die Demokratie“, so der Experte.

    Konkurrenz sei für die Vereinigten Staaten nur akzeptabel, wenn sie ihnen passe. „Passt sie aber nicht, greifen sie bald nach Verboten. Es ist offensichtlich: Freie Konkurrenz – wie auch die Demokratie – ist für die US-Amerikaner nur gut, wenn sie sich für sie auszahlt“, stellt der Experte fest.

    Russischen Geschäftsleuten rät er, sich auf den Verlust des US-Markts einzustellen. Dieser Verlust müsse bei Geschäftsplänen einfach eingerechnet werden.

    Auch das russische Außenministerium hat den Beschluss des US-Heimatschutzministeriums kommentiert. „Das US-Innenministerium erklärt, die Kaspersky-Produkte seien eine Gefahr für die Sicherheit. Das ist der lautere Wettbewerb auf den Punkt gebracht“, schrieb die Außenamtssprecherin Maria Sacharowa bei Facebook.

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    Tags:
    Experte, IT, Software, Verbot, Kaspersky Lab, USA, Russland
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