09:37 18 Oktober 2017
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    NATO-Truppen in Polen (Archivbild)

    Experte: „Begrenzter militärischer Konflikt zwischen Nato und Russland möglich“

    © AP Photo/ Czarek Sokolowski
    Politik
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    Die Erklärungen des Nato-Generalsekretärs Jens Stoltenberg über die angestrebte Verbesserung der Beziehungen zu Russland sind nichts weiter als eine Routine-Äußerung. Die Nato-Russland Beziehungen werden sich laut dem Professor für Internationale Sicherheit von der Moskauer Staatlichen Lomonossow-Universität Alexej Fenenko eher noch verschlechtern.

    Stoltenberg hatte zuvor der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti erklärt, die Nato werde weiterhin eine Verbesserung ihrer Beziehungen mit Russland anstreben, gleichzeitig jedoch auch die Situation rund um die Ukraine beobachten.

    „Das ist nur eine Routine-Äußerung von Stoltenberg und nichts mehr, denn sie wird von keinerlei realen Schritten unterstützt“, sagte Fenenko.

    Zurzeit gebe es drei grundlegende Probleme in den Beziehungen zwischen der Allianz und Moskau, die unumgänglich angegangen werden müssten.

    „Erstens: Das ist die Verlängerung der richtungsweisenden ‚Russland-Nato Akte‘. Formell ist sie am 27. Mai 2017 ausgelaufen und es gab keine Prozedur einer automatischen Verlängerung“, beginnt Fenenko die Aufzählung.

    Im Zusammenhang mit der Akte wisse man einfach nicht, ob sie als geltend oder ungültig angesehen werden müsse.

    „Zweitens ist das die russische Initiative zur Steigerung der Flugsicherheit über der Ostsee und dem Schwarzen Meer.“

    Auch hier gebe es schlicht und ergreifend keine Klarheit. Es fehle wohl an ausreichender Kommunikation.

    „Der dritte Moment: Es gibt keinerlei Verhandlungen über Maßnahmen zum Aufbau von Vertrauen. Es wird überhaupt nicht darüber gesprochen“, betont der Professor.

    Daher kommt Fenenko zu dem Schluss, dass sich die Russland-Nato Beziehungen eher noch weiter verschlechtern werden.

    „Ich denke, dass in der nächsten Zeit sich die Russland-Nato Beziehungen signifikant verschlechtern werden. Ich schließe sogar einen begrenzten militärischen Konflikt zwischen uns nicht aus“, erklärt der Experte.

    Es gebe hierzu gleich mehrere mögliche Regionen: Transnistrien, die Ostseeregion und möglicherweise sogar wieder Georgien, wenn die Nato „wieder versuchen sollte, die georgische Karte auszuspielen“.

    „Es könnte ein ernster aber begrenzter militärischer Konflikt in einem bestimmten militärischen Bereich werden“, resümiert der Politologe.

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    Tags:
    Konflikt, NATO, Aleksej Fenenko, Jens Stoltenberg, Russland
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