Widgets Magazine
11:01 14 Oktober 2019
SNA Radio
    Russische Raketenabwehrsysteme S-400 (Symbolbild)

    „Vertrauen zu Nato ist untergraben“: Türkischer Abgeordneter zu S-400-Deal

    © Sputnik / Sergej Malgawko
    Politik
    Zum Kurzlink
    51234
    Abonnieren

    Der Pressesprecher des Verteidigungsausschusses des türkischen Parlaments, Murat Baybatur, hat in einem Gespräch mit Sputnik das Abkommen zwischen Moskau und Ankara über die Lieferung von russischen S-400-Raketenabwehrsystemen an die Türkei sowie die Reaktion darauf seitens der westlichen Länder kommentiert.

    „Die Türkei ist ein unabhängiger Staat, der selbständig und gestützt auf seine nationalen Interessen beschließt, welche Waffensysteme er von welchen Ländern kaufen und in seine Verteidigungsbranche integrieren wird“, sagte Baybatur.

    Die negative Reaktion seitens der USA und der europäischen Länder auf den Kauf von russischen S-400-Raketenabwehrsystemen sei für die türkische Regierung keine Überraschung. Diese Reaktion sei aber unlogisch, denn die westlichen Länder würden der Türkei, die Nato-Mitglied ist, ihre Raketenabwehrsysteme nicht verkaufen.

    „Es gelang Russland, eines der am weitesten entwickelten und sichersten Raketenabwehrsysteme zu entwickeln. Die Türkei kauft es für eine bestimmte Summe, und es gibt in dieser Situation nichts, was Sorgen erregen kann. Wenn jemand über diesen Prozess besorgt ist, so soll er doch der Türkei das Raketenabwehrsystem ‚Patriot‘ oder andere Raketensysteme liefern“, so Baybatur.

    Er kommentierte auch die Erklärung des Bundesaußenministers Sigmar Gabriel über Berlins Absicht, Waffenausfuhren in die Türkei auf Eis zu legen. Der Grund des Kaufes von russischen S-400-Raketenabwehrsystemen sei die Notwendigkeit, die Sicherheit der Türkei anlässlich der Bedrohungen für die territoriale Integrität des Landes zu gewährleisten. Die Nato-Länder würden der Türkei dabei sowie bei der Terrorbekämpfung nicht helfen, betonte Baybatur.

    Baybatur merkte an, der Kauf von S-400 werde Ankara nicht daran hindern, ähnliche Raketensysteme in den westlichen Ländern zu kaufen.

    „Die Türkei wurde mehrmals von ihren Nato-Verbündeten betrogen, und das Vertrauen zur Nato wurde wesentlich untergraben. Wenn die Absichten der USA, der westlichen Länder und der Nato zur Lieferung von Raketenabwehrsystemen aufrichtig sind, müssen wir ihre konkrete Schritte in diese Richtung sehen“, so Baybatur.

    Am Dienstag hatten Russland und die Türkei das Abkommen über die Lieferung von russischen S-400-Luftabwehrsystemen an Ankara unterzeichnet. Das US-Verteidigungsministerium äußerte seine Besorgnis über dieses Abkommen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kritisierte Washingtons Reaktion auf Schärfste und sagte dabei, die Türkei ergreife selbstständig alle notwendigen Maßnahmen zur Gewährleistung ihrer nationalen Sicherheit.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Waffendeal perfekt: Nato-Mitglied Türkei kauft russische S-400-Raketen
    Erdogan: Erste Anzahlung für S-400-Vertrag an Moskau geleistet
    „No-Fly-Zone“ für den Westen: Warum die russischen S-400 die Weltpolitik verändern
    Steigende Nachfrage nach S-400-Abwehrkomplexen
    Tags:
    Waffendeal, Raketenabwehr, Abkommen, Deal, S-400, NATO, Murat Baybatur, Russland, Türkei