20:04 18 August 2018
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    Raum für FDP-Abgeordneten im Bundestag (Archivbild)

    Verdacht auf Wählerbestechung: FDP-Kandidat greift mit Werbeaktion mächtig daneben

    © AP Photo / Johannes Eisele
    Politik
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    Eine fragliche Wahlkampfaktion hat dem sachsen-anhaltischen FDP-Bundestagskandidaten Jörg Schnurre heftige Kritik eingebracht: Auf Werbeflyern versprach Schnurre Jungwählern zwei Euro, sollten sie für ihn stimmen. Dies berichtet der „MDR“.

    Das sogenannte Zukunftsticket wurde demnach am Mittwoch an rund 150 Haushalte verteilt. Darauf stand: „Wenn ich in den Bundestag gewählt werde, dann bekommst Du mit dieser Karte 2 Euro von mir geschenkt. Einfach so.“ Die Idee zu dem Flyer sei an einem Abend mit Freunden entstanden, sagte der FDP-Direktkandidat in Dessau-Roßlau. „Ich wollte auf innovative Weise Erstwähler ansprechen“, zitiert ihn der MDR.

    ​Auf seiner Facebook-Seite schlug Schnurre daraufhin eine heftige Welle der Entrüstung entgegen. Viele Nutzer bezeichneten die Werbeaktion als Versuch der Wählerbestechung.

    Schnurre habe daraufhin die Aktion abgebrochen. Er räumte gegenüber der dpa ein, die rechtliche Situation vor dem Verschicken der Flyer nicht genau genug geprüft zu haben. „Das habe ich nicht bedacht.“

    Die FDP hat sich bereits von der Aktion distanziert. FDP-Landeschef Frank Sitta, der selbst für den Bundestag kandidiert, verurteilte dem „MDR“ zufolge Schnurres Verhalten heftig. „Solche Aktionen haben im Wahlkampf nichts zu suchen“, erklärte Sitta. Die Aktion sei zudem weder mit dem Landesverband noch mit der Bundespartei abgestimmt worden.

    Schnurre kündigte an, ein Entschuldigungsschreiben zu verschicken. Nicht nur das: Er wolle bei der Staatsanwaltschaft auch Selbstanzeige erstatten: „Ich warte nicht, bis jemand anderes mich anzeigt.“ Laut Strafgesetzbuch kann Wählerbestechung eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe nach sich ziehen.

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    Tags:
    Bundestagswahl, Kampagne, Bestechung, FDP, Deutschland
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