05:08 22 April 2018
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    Russisch-weißrussisches Manöver Zapad-2017

    Russland hat mehr Gründe für Bedrohungsgefühl als EU - Zeitung

    © Sputnik / Maxim Blinow
    Politik
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    Die EU hat der Zeitung „El País“ zufolge Motive dafür, die russisch-weißrussischen Militärmanöver „Zapad 2017“ als eine Provokation zu betrachten. Der Westen sei immer noch von dem vor drei Jahren erfolgten Beitritt der Krim zu Russland erschüttert, erläutert das Blatt. Doch Russland habe mehr Gründe dafür, eine Bedrohung gegen sich wahrzunehmen.

    Wie die spanische Zeitung mit Blick auf die Geschichte der letzten Jahre schreibt, sind die Grenzen der Nato, die als Gegengewicht gegen die Russen geschaffen worden seien, in nur zwei Jahrzehnten seit dem Fall der Berliner Mauer um 1000 Kilometer in Richtung Moskau versetzt worden und hätten die russischen Grenzen erreicht.

    Die laufende Expansion habe alle nur erdenklichen Erwartungen überstiegen und sei bis zur Ukraine – „der Wiege der Russen“ – vorgedrungen. Letztere sei gezwungen worden, zwischen Brüssel und Moskau und letzten Endes auch zwischen der Nato und Russland zu wählen, so die Zeitung. Wladimir Putin habe auf das Geschehene drastisch reagiert und betone seit nunmehr, dass es keinerlei Schritte zurück geben werde. Laut dem Blatt ist Putin heute wieder darum bemüht, das mit Hilfe der Übungen „Zapad 2017“ klarzumachen.

    Die Zeitung verweist auf die Behauptung des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, die Manöver von Russland und Weißrussland seien die Vorbereitung auf eine Offensive im kontinentalen Maßstab. „Doch weder die Nato noch die Experten glauben es“, schreibt „El País“.

    Die Zeitung beruft sich dabei auf Professor Giancarlo Elia Valori, dem zufolge Russland nicht gewillt sei, die Beziehungen zu Europa oder den USA mit Hilfe der Übungen „Zapad 2017“ zu verschärfen, sondern wolle nur die Kontrolle über seine Einflusssphäre bekräftigen.

    Die Manöver unter Teilnahme von angeblich mindestens 70.000 Soldaten würden unweit der Grenzen zu Polen und Litauen – einem für Moskau strategisch wichtigen Gebiet – durchgeführt. Habe doch Russland in dessen Exklave Kaliningrad, die an Litauen und Polen angrenzt, Iskander-Raketen und ein ganzes Waffenarsenal stationiert, so die Zeitung.

    Dies ist nach Auffassung von „El País“ eine Antwort Russlands auf ähnliche Nato-Manöver, auf die Aufstellung von vier Bataillonen der Allianz in Polen und im Baltikum sowie auf die Stationierung eines Raketenabwehrschildes in Polen und Rumänien. Zudem sei nicht zu vergessen, dass 70.000 US-Soldaten immer noch auf dem Territorium Europas stationiert seien.

    „Besorgniserregend ist die Konzentration von Feuerkräften beiderseits der Grenze“, unterstreicht die Zeitung.
    Während früher ein ganzer Gürtel von Ländern – den Baltischen Staaten, Polen, Rumänien, Bulgarien, Ungarn und Tschechien – als eine Pufferzone zwischen der Nato und Russland gedient habe, seien die beiden heute nur durch „Stacheldraht“ voneinander getrennt, fügt das Blatt hinzu.

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    Manöver, NATO, Zeitung El Pais, EU, Petro Poroschenko, Litauen, Polen, Russland