04:43 25 November 2017
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    Russische Soldaten bei den Truppenmanövern Zapad-2017

    Minsk bezeichnet westliche Meldungen zu „Zapad“-Manöver als Lügen

    © RIA Novosti. Pavel Gerasimov
    Politik
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    Die Behauptungen westlicher Medien, dass an dem laufenden gemeinsamen russisch-weißrussischen Truppenmanöver „Zapad 2017“ (deutsch: „Westen 2017“) angeblich über 100.000 russische Soldaten teilnehmen, entsprechen absolut nicht der Realität, erklärte am Samstag Wladimir Makarow, Vertreter des weißrussischen Verteidigungsministeriums.

    Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen erklärte in diesem Zusammenhang am 7. September, an diesen Manövern würden sich über 100.000 Soldaten beteiligen. Dies sei eine Demonstration der russischen Kampfstärke, warnte sie. An jenem Tag nahm sie außerdem an einem Treffen mit europäischen Kollegen in Tallinn teil, wo unter anderem die „russische Bedrohung“ besprochen wurde.

    „Diese Zahl, die 100.000, entsprechen kein bisschen der Realität“, erklärte Makarow nun gegenüber Journalisten.

    Er unterstrich, dass Vertreter sowohl des russischen als auch des weißrussischen Verteidigungsministeriums zuvor offiziell die genauen Zahlen der Truppenstärke und Militärtechnik veröffentlicht hätten. Darüber hinaus seien alle Angaben auch über diplomatische Kanäle an die westlichen Partner übermittelt worden.

    Der weißrussische Vertreter bestätigte zudem erneut, dass die Gesamtzahl der Soldaten, die an diesen Manövern teilnehmen, bei 12.700 liege. 10.200 sollen dabei auf dem Territorium Weißrusslands eingesetzt werden, davon etwa 7.000 Weißrussen und rund 3.000 Russen.

    Weißrussische Kampfjets Jak-130 vor Beginn der Übung Zapad-2017
    Sputnik
    Weißrussische Kampfjets Jak-130 vor Beginn der Übung Zapad-2017

    „Die Zahlen sind korrekt. Ihr braucht keine Zweifel zu haben“, versicherte Makarow.

    Zuvor hatte bereits der offizielle Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, die Erklärungen der deutschen Ministerin klar zurückgewiesen. Die Information über die angeblichen 100.000 russischen Soldaten sei „aus der Luft gegriffen“, so Konaschenkow.

    Er erinnerte auch daran, dass das Bundesverteidigungsministerium in Berlin schon weit im Voraus umfassende Informationen über das Leitmotiv der Manöver, ihren Verteidigungscharakter sowie die realen Zahlen der dabei eingesetzten russischen Soldaten aus Moskau bekommen hätte.

    Die strategischen Militärmanöver „Zapad 2017“ finden vom 14. bis zum 20. September in Weißrussland sowie an drei Truppenübungsplätzen in Russland statt.

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    Truppenübung, Ursula von der Leyen, Igor Konaschenkow, Weißrussland, Russland