12:36 11 Dezember 2017
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    US Soldaten in Afghanistan (Archivbild)

    Seit Trump US-Präsident ist: USA bombardieren Afghanistan doppelt soviel

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    Nach dem Amtseintritt des US-Präsidenten Donald Trump ist die Zahl der Schläge der US-Luftstreitkräfte auf Afghanistan sowie die Zahl der Zivilopfer sprunghaft gestiegen. Das berichtet der britische Journalisten-Verein „Büro für investigativen Journalismus“.

    Seit Anfang 2017 haben die US-Luftstreitkräfte demzufolge das afghanische Territorium 2353 Mal bombardiert, im Vergleich zu 1072 Einsätzen im Jahre 2016. Die Opferzahl unter den Zivilisten stieg laut der Uno in den ersten sechs Monaten des Jahres 2017 um 43 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum von 2016 an: 95 Menschen kamen ums Leben, 137 erlitten Verletzungen.

    ​Die steigende Zahl der US-Luftangriffe mache die Lage in Afghanistan nur schlimmer, sagten Sputnik afghanische Experten.

    „Bei den Luftangriffen, die laut Trumps neuer Strategie verübt werden, sterben Zivilisten, darunter auch Kinder“, äußerte der Chef der Kommission für innere Sicherheit und Verteidigung im afghanischen Parlament, Mohammad Hashem Alokozai. 

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    US-Marineinfanterist spricht mit einem Einheimischen im Dorf Gowragi, Afgahnistan (Archivbild)
    © Foto: Official Marine Corps/ Sgt. Mark Fayloga
    Wenn die militärischen Ausgaben für ein friedliches Vorgehen aufgewendet würden, bestünde die Möglichkeit, dass im Land Frieden und Sicherheit herrschen würden. Der afghanische Präsident, Aschraf Ghani, sollte nach durch Luftattacken verletzten und gestorbenen Zivilisten suchen und nach den Schuldigen fahnden. Er ermittle dennoch diese Fälle nicht, „um Ausländer, die US-Botschaft oder andere internationale Organisationen“ nicht zu „betrüben“.

    Die Abgeordnete in Afghanistans Parlament General Nazife Zaki, schrieb die negativen Folgen der US-Luftschläge der mangelnden Abstimmung mit den afghanischen Sicherheits- und Verteidigungskräften zu.

    „Die Feinde benutzen Frauen und Kinder als lebenden Schild. Auf diese Weise, indem die ausländischen Luftstreitkräfte Häuser zerbomben, töten sie Zivilisten. Da die USA eine der Weltsupermächte ist, wird sich niemand über das vergossene Blut unschuldiger Menschen beklagen“, so Zaki.

    Die US-Operationen in Afghanistan seien bisher nicht wirkungsvoll gewesen. Die Weltöffentlichkeit sollte ihr zufolge die Bestrafung der Schuldigen fordern, damit solche Verbrechen nie mehr vorkommen.

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    US-Soldaten in Afghanistan (Archivbild)
    © Foto: U.S. Air Force/ Khost PRT Public Affairs/ Senior Airman Julianne M. Showalter
    Im August hatte der amerikanische Präsident Donald Trump die neue US-Strategie für Afghanistan verkündet. Trump machte keine Angaben zur militärischen Seite der Strategie, jedoch war offensichtlich, dass die US-Militärs das Land vorerst nicht verlassen werden.

    Die USA und ihre Verbündeten führen seit 2001 Militäreinsätze in Afghanistan gegen die Taliban-Kämpfer  sowie gegen die Terrormiliz Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS) durch. Während der Einsätze wurden mehr als 2300 US-Militärs getötet und über 17.000 verletzt.

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    Tags:
    Luftstreitkräfte, Taliban, Terrormiliz Daesh, IS, Uno, UN, Aschraf Ghani, Donald Trump, Afghanistan, USA
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