00:08 17 Oktober 2017
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    Zapad-2017 Manöver (Archivbild)

    Die Zeit: „Zapad 2017“ ist noch kein Anlass zu Panik im Westen

    © Sputnik/ Wiktor Tolotschko
    Politik
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    Das russisch-weißrussische Manöver „Zapad 2017“ ist bald vorbei und die Apokalypse wird nicht kommen, beruhigt „die Zeit“. Anstatt in Panik zu geraten, sollte der Westen über Optionen für eine Zusammenarbeit mit Russland nachdenken, schreibt Theo Sommer, der Autor des Artikels.

    Die russisch-weißrussischen Militärübungen haben laut Sommer im Westen einen großen Alarm ausgelöst. Und was sei da alles zu hören und zu lesen gewesen. Russland bereite einen Angriffskrieg vor. Es probe die Überschreitung roter Linien. Wladimir Putin, der Meister des Hybridkrieges, werde wieder ein Manöver in eine Offensive übergehen lassen. Weißrussland werde die nächste Krim. Das war dem Journalisten zufolge noch die zurückhaltendste Einschätzung.

    Sommer empfiehlt, nicht zu übertreiben und die Situation zu klären. Russland bestehe aus vier Militärbezirken: dem westlichen, südlichen, zentralen und östlichen. Jedes Jahr werde in einem von ihnen ein großes Manöver durchgeführt. In diesem Jahr sei der Westen an der Reihe. Und obwohl sich viele über die Manöver Sorgen gemacht haben, gebe es keine ernsthaften Gründe für Ängste. 

    Als bekannt wurde, dass das russische Verteidigungsministerium 4162 Eisenbahnwaggons angefordert hatte, hat diese Zahl große Unruhe ausgelöst. Michael Kofman vom Center of Naval Analyses hat berechnet, dass für ein Bataillon 80 bis 100 Waggons benötigt würden. Insgesamt würden demnach 40 bis 50 Bataillone zu den Übungen geschickt, was nicht spektakulär sei.

    Darüber hinaus würden die russischen Truppen über ein weites Gebiet von Kaliningrad bis zur Kola-Halbinsel verteilt.

    „Nichts spricht dafür, dass bei „Zapad 2017“ Hunderttausend russische Soldaten an den Grenzen zur Nato stehen“, sagt der Experte.

    Es gebe auch keinen Grund zu befürchten, dass Russland nach den Übungen seine Truppen und militärische Ausrüstung nicht aus Weißrussland zurückziehen werde. Der weißrussische Präsident Lukaschenko beobachtet laut Sommer wachsam die Souveränität seines Staates und verteidigt sie. Darüber hinaus würde eine solche Zahl von Soldaten nicht ausreichen, um das ganze Land zu kontrollieren. Übertrieben seien die Ängste, dass das Manöver „Zapad-2017“ als ein "Rauchvorhang" für die Durchführung eines "Hybrid-Unternehmens"  à la Krim benutzt werde. Präsident Putin habe viele Sorgen in Syrien und Nordkorea. Darüber hinaus verstehe er, Polen und die baltischen Länder gehören der Nato an. Ein Krieg mit ihnen könne einen Atomkrieg auslösen und der Kreml-Chef werde solche Risiken nicht eingehen, meint Sommer.

     In der letzten Zeit habe Moskau wirklich mehr Manöver als die Nato durchgeführt. Vielleicht gebe es einen solchen Bedarf an Wehrstrukturreformen. Aber der Westen bleibe auch nicht zurück, auch bei den Großmanövern.

    Sommer kommt zu dem Schluss, dass es jetzt Zeit sei, die Beziehungen zu Russland auf diplomatischer Ebene aufzubauen und der nordatlantischen Militärallianz die Fragen konfrontativer Natur zu überlassen. Es sei notwendig, Wege zur Zusammenarbeit mit Moskau zu finden, zum Beispiel im Bereich der Rüstungskontrolle. Es sei auch wichtig, die Fragen der künftigen Weltordnung zu besprechen und welchen Platz in ihr Russland und Europa einnehmen sollen. Gleichzeitig sei der Russland-Nato-Rat für so einen Dialog nicht geeignet. Dieser Rat kann laut Sommer kleine Probleme lösen, die zum Beispiel Manöver betreffen, aber für die große Perspektive sei sein Blickfeld zu eng.

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    Tags:
    Anlass, Ängste, Panik, Befürchtung, Westen, Manöver, Manöver "Zapad 2017", Zeit Online, NATO, Alexander Lukaschenko, Wladimir Putin, Kaliningrad, Syrien, Nordkorea, Weißrussland, Russland