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20:36 12 November 2019
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    Altkanzler Gerhard SchröderDemonstrationszug in Simferopol, Krim (Archivbild)

    Schröder: Kein russischer Präsident wird die Krim wieder ausgliedern

    © AFP 2019/ MAURIZIO GAMBARINI / DPA / AFP © Sputnik / Alexander Polegenko
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    Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) glaubt nicht daran, dass Russland die vor zweieinhalb Jahren wieder angegliederte Schwarzmeer-Halbinsel Krim jemals ausgliedern wird - trotz des Drucks seitens westlicher Staaten.

    Die Krim sei seit dem 18. Jahrhundert Teil Russlands gewesen, sagte Schröder der Zeitschrift „Stern“. „Ich prophezeie, dass es keinen russischen Präsidenten geben wird, der die Krim wieder aus Russland ausgliedern wird.“

    Mit Blick auf den Krim-Streit warnte der Altkanzler vor einer drohenden Entfremdung zwischen Russland und Deutschland. „Aufgrund unserer gemeinsamen Geschichte sind viele Russen von der deutschen Haltung, insbesondere von der Sanktionspolitik enttäuscht.“ Er höre in seinen Gesprächen immer wieder: "Wir haben Deutschland doch bei der Wiedervereinigung geholfen."

    Die Krim war im März 2014 – nach rund 22 Jahren in der unabhängigen Ukraine — wieder Russland beigetreten, nachdem die Bevölkerung der Schwarzmeerhalbinsel in einem Referendum mehrheitlich dafür gestimmt hatte. Nach Behördenangaben votierten 96,77 Prozent für die Wiedervereinigung mit Russland bei einer Wahlbeteiligung von 83,1 Prozent.

    Der Anlass für das Referendum war der blutige Umsturz in Kiew, bei dem die Opposition Präsident Viktor Janukowitsch entmachtet und eine von Nationalisten geprägte Regierung gestellt hatte. Die von Russischstämmigen dominierte Krim hat den Umsturz nicht anerkannt. Die Regierung in Kiew betrachtet die Krim als ukrainisches Gebiet. Auch die USA und andere westliche Staaten, die die neue ukrainische Führung unterstützen, haben die Wiedervereinigung der Insel mit Russland nicht anerkannt.

    Die Halbinsel hatte bereits seit 1783 zu Russland gehört, bevor der sowjetische Staatschef Nikita Chruschtschow 1954 die Halbinsel symbolisch von der Russischen Sowjetrepublik an die Ukrainische Sowjetrepublik – beide im Bestand der Sowjetunion – „verschenkte“. Nach dem Zerfall der Sowjetunion im Dezember 1991 verblieb die von Russen dominierte Krim automatisch in der Ukraine. Laut russischen Politikern und Rechtsexperten war die eigenmächtige Übertragung verfassungswidrig.

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    Tags:
    Gerhard Schröder, Krim, Deutschland, Russland