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    In Polen haben die Nato-Manöver „Dragon 2017“ begonnen. Der Vizechef des Verteidigungsausschusses der Staatsduma (russisches Unterhaus) Juri Schwytkin sieht darin Versuche seitens Polen, Deutschland von seiner führenden Rolle in Europa zu verdrängen, und seitens der USA, den Versuch, Russland zu einer aggressiven Reaktion zu provozieren.

    Die Manöver starteten am Mittwoch auf dem Übungsplatz im Dorf Zegrze bei Warschau, wie der polnische Vize-Verteidigungsminister, Michał Dworczyk, mitteilte. Daran würden alle Truppendivisionen teilehmen, die Zusammenarbeit mit der Marine und den Luftstreitkräften solle geübt werden. Zum ersten Mal würden sich die Truppen der territorialen Verteidigung beteiligen, die Anlaufbahnen schützen und als Hilfseinheiten dienen.

    Laut dem entworfenen Szenario erhebt ein Nachbarland Anspruch auf den Zugang zu natürlichen Hilfsquellen auf polnischem Territorium und versucht außerdem, die politische Lage ins Wanken zu bringen und ein umstrittenes Gebiet zu erobern. Während des aktiven Teils soll die Verteidigung einer Küstenstrecke und die Absetzung der Luftlandetruppen geübt werden.

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    Schwytkin bezeichnete „Dragon 2017“ als „eine komische Großtuerei“. Ihm zufolge wollen die polnischen Machthaber dank dieser Manöver das Ansehen der USA und der EU gewinnen.

    „Polen will sich als einer der wichtigsten Spieler im europäischen Raum zeigen. Vielleicht versucht Warschau sogar, den Anführer – Deutschland – von seinem Thron zu verdrängen, obwohl das lächerlich klingt“, so der Vizeleiter des Verteidigungsausschusses.

    Die Nato-Übungen seien eine Antwort auf das russisch-weißrussische Militärmanöver „Zapad 2017“ (Dt. „Westen 2017“), das aber prinzipiell defensiv sei. Im Unterschied dazu würden russische Soldaten in „Dragon 2017“ als Feinde auftreten.

    „Diese Großtuerei zielt auf eine Spannungssteigerung in der Region ab und betont nochmals die doppelten Standards. Das heißt, dass die Leitung der Allianz sich um die Sicherheit ihrer Verbündeten kümmert und eine ernste Spannung auf ihrem Territorium schafft“, so Schwytkin.

    Die Nato versucht seiner Meinung nach Russland zu einer aggressiven Reaktion zu provozieren. Es bestehe dennoch keine Notwendigkeit, die russischen Truppen an der polnischen Grenze zu verstärken, weil diejenigen, die sich bereits dort befinden, alle Probleme bewältigen können.

    An den Nato-Übungen „Dragon 2017“ nehmen laut dem polnischen Verteidigungsministerium 17 000 Militärangehörige und 3500 Militärtechnik-Einheiten teil. An den Veranstaltungen beteiligen sich Warschaus Nato-Verbündete: Die USA, Litauen. Lettland, Großbritannien, Deutschland, die Slowakei, Italien, Bulgarien, Rumänien sowie Georgien und die Ukraine.

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    An den russisch-weißrussischen Übungen „Zapad 2017“ („Westen 2017“), die seit dem 14. September im Westen Russlands und in Weißrussland durchgeführt wurden, nahmen rund 12000  Soldaten teil. Rund 70 Flugzeuge und Hubschrauber, 680 Kampfpanzer und weitere Kampffahrzeuge, fast 200 Geschütze, Raketenwerfer und Mörser sowie zehn Schiffe waren im Einsatz.

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    Tags:
    Militärübung, Manöver, Übungen Zapad 2017, NATO, Polen, Deutschland, USA, Russland