14:31 28 Februar 2020
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    Die US-Armee soll Rüstungsverträge vergeben haben, die eine Anfertigung und Lieferung von Waffenmunition an Anti-Assad-Kämpfer und die Kurdenmiliz YPG voraussetzen. Laut Recherchen der Journalistenkollektive OCCRP und BIRN und der „Süddeutschen Zeitung“ sollte die Munition über Deutschland transportiert werden.

    Ein Dokument der US-Armee belegt demnach die Vergabe von Rüstungsverträgen im Wert von bis zu insgesamt 500 Millionen Dollar für die Unterstützung von „Alliierten und Partnern“ im Irak und in Syrien. Im Rahmen dieser Verträge sollten Munition und Mörser-Systeme produziert werden, die nicht zur Standardausrüstung des US-Militärs gehörten und zu noch zu Sowjetzeiten projektierten Waffen passen sollten. Nach der Anfertigung sollten dann schließlich mehrere Millionen Schuss Gewehrmunition für Kalaschnikows und Zehntausende Mörser- und Artilleriegranaten an ihre Bestimmungsorte transportiert werden.

    Dabei soll es in der Ausschreibung vom Januar 2017 heißen, dass die Produktion zwischenzeitlich in einem US-Munitionsdepot in Miesau, in der Nähe des Luftwaffenstützpunkts Ramstein, gelagert werde. Dies hätten monatelange Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) und der Journalistennetzwerke Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP) und Balkan Investigative Reporting Network (BIRN) ergeben.

    Nun sollen im Rahmen der Recherchen weitere Einzelheiten ans Licht gekommen sein, die den Verdacht, dass über Ramstein und Miesau zeitweise Waffen an syrische Rebellen geleitet wurden, erhärtet, schreibt die SZ.

    „Ein Eintrag aus dem Federal Procurement Data System, einer Datenbank aller US-Staatsaufträge über 3000 Dollar, zeigt, dass die US-Armee Ende 2016 bulgarische Munition im Wert von fast 16 Millionen Dollar geordert hat. Die Geschosse waren demnach für Irak und Syrien bestimmt. Erst im April dieses Jahres wurde der Lieferort geändert: von Deutschland nach Kroatien“, berichtet das Blatt.

    Diese Informationen sollen sich mit den Angaben eines Lieferanten der Amerikaner und einer dem Rechercheteam zugespielten E-Mail vom Dezember 2016 decken. In der Mail weise das für die Waffenankäufe zuständige US-Kommando für Spezialoperationen (Socom) seine Dienstleister an, keine Transitgenehmigungen via Ramstein mehr zu beantragen. „Deutschland ist solchen Anfragen gegenüber sehr empfindlich geworden“, zitiert das Blatt aus der E-Mail.

    Obwohl das Pentagon die SZ-Recherchen dementiere, prüfe die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern derzeit ein mögliches Ermittlungsverfahren.

     

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    Tags:
    Munition, Waffenlieferungen, Waffen, Syrien, Irak, Deutschland