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07:55 14 Oktober 2019
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    Güterzug (Symbolbild)

    Güterverkehr abseits Ukraine gestartet: „Kein Mittel mehr zu Erpressung Russlands“

    © Sputnik / Sergei Wenjawski
    Politik
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    Bis russische Güterzüge den Verkehr unter Umgehung des ukrainischen Territoriums aufnehmen konnten, musste Russland tagtäglich das Leben seiner Bürger und die Fracht riskieren, schreibt das russische Nachrichtenportal rueconomics. Ein Experte erläutert, welche Auswirkungen die neue russische Bahnstrecke abseits der Ukraine für dieses Land hat.

    Seitens ukrainischer Radikaler und sogar der Behörden in Kiew habe es immer die Gefahr gegeben, dass ein russischer Zug auf dem ukrainischen Territorium aufgehalten werden könne, sagte Anton Bredichin, Experte des Zentrums für postsowjetische Recherchen beim russischen Forschungsinstitut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen, gegenüber dem Portal.

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    Demnach konnte das Frachtgut eines jeden Zuges einfach „beschlagnahmt“ werden, während Russen in Passagierzügen der ständigen Gefahr ausgesetzt waren, zu „Geiseln“ der ukrainischen Politik und Russophobie zu werden.

    „Wenn Kiew regelmäßig Diversanten nach Russland schickt, dann ist es sehr einfach, einen russischen Zug auf dem ukrainischen Territorium einzunehmen. Was die Fahrgäste in diesem Fall erwarten würde, ist furchtbar vorzustellen“, so der Experte.

    Am Mittwoch teilte die Russische Eisenbahnen AG (RZD) mit, dass russische Güterzüge einen regelmäßigen Verkehr abseits der Ukraine begonnen haben. Die ersten Züge beförderten demnach Eisenerz, Getreide und Baumaterialien.

    Die neue Bahnstrecke zwischen zwei russischen Städten – Schurawka im Gebiet Woronesch und Millerowo im Gebiet Rostow – beträgt 137 Kilometer und verbindet Zentral- und Südrussland. Im Jahr 2015 begann Russland mit dem Bau der Strecke, nachdem sich die Beziehungen zur Ukraine im Jahr 2014 rapide verschlechtert hatten. Im August 2017 wurden alle Bauarbeiten für beendet erklärt.

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    Wie das Portal berichtet, mussten Züge zuvor durch das ostukrainische Gebiet Lugansk fahren, was sowohl für Passagiere, die die Passkontrolle zweimal passieren mussten, als auch für Bahnarbeiter und Güterbeförderer unbequem gewesen sei.

    „In der Sowjetzeit hatte die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik großes Potenzial: Die Republik musste zu einer Transitzone zwischen dem an Ressourcen reichen Russland (der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik – Anm. d. Red.) und dem industriellen Europa werden“, sagt Bredichin.

    Ihm zufolge wurde sehr viel in die Entwicklung der Auto- und Eisenbahninfrastruktur der Ukraine investiert.

    „Aber nach dem Zerfall der UdSSR hat Kiew diese Politik nicht fortgeführt, und in den letzten drei Jahren sämtliche Beziehungen zu Russland abgebrochen“.

    Der „Riss jeder Ader des interterritorialen Transports“ sei ein Schlag gegen die eigenen Interessen. Die ukrainischen Behörden verlieren den Transit russischer Güter und Rohrstoffe und führen laut dem Experten das Land bewusst zur Selbstisolation. Dadurch blockiere die Ukraine nicht nur die internationalen Beziehungen, sondern auch ihre Einnahmen.

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    Tags:
    Verkehr, Transport, Zug, EU, UdSSR, Russland, Ukraine