22:37 12 Juli 2020
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    Sollte die jüngste Drohung des US-Präsidenten Donald Trump, Nordkorea „völlig zu zerstören“, in die Realität umgesetzt werden, so wird dies verheerende Folgen für China und Russland nach sich ziehen. Diese Befürchtung äußerte Konstantin Siwkow, korrespondierendes Mitglied der Russischen Raketen- und Artillerieakademie, in einem Sputnik-Interview.

    Die neue Drohung lasse sich unter anderem durch die innenpolitische Atmosphäre in den USA erklären, meint Siwkow. Trump sei in einer schwachen Position. Zur selben Zeit könnten die Worte des US-Präsidenten für weitreichende und verheerende Folgen sorgen:

    „Wenn die USA sich ernsthaft für einen Krieg gegen Nordkorea entscheiden, so wird das nur eins bedeuten: 25 Atomreaktoren in Südkorea werden durch einen nordkoreanischen Gegenschlag zerstört. 25 Tschernobyls, unbelebtes, totes Gebiet auf der koreanischen Halbinsel und einem Großteil von China, die Verstrahlung riesiger Gebiete in Russland“, prognostizierte Siwkow.

    Auch für Japan bedeute dies unbewohnbare Gebiete, die sich fast in dem ganzen Inselstaat ausbreiten würden – im Vergleich dazu sei die Fukushima-Katastrophe von 2011 lediglich ein „Knallfrosch“, warnte der Experte.

    In dieser Hinsicht höre sich Trumps Hohelied der Souveränität, das kurz nach der Drohung verlautete, wie eine Heuchelei an. 

    „Wir müssen die Gefahren für die Souveränität von der Ukraine bis ins Südchinesische Meer zurückweisen“, zitiert der Experte Trump. Dabei habe der US-Präsident nicht präzisieren wollen, von wo aus die Gefahr dort ausgehe. So vertrete China ja beispielweise die Meinung, dass ausgerechnet die USA mit ihren Übungen eine Bedrohung für die chinesische Souveränität im Südchinesische Meer darstellten.

    Trump widerspreche sich außerdem selbst: „Die USA betreiben eine irreguläre Politik – sie haben keinen nachvollziehbaren, deutlichen Kurs und auch keine Position.“

    Einerseits verkünde der Präsident die Unantastbarkeit der Souveränität, andererseits greife er diese Souveränität an. „Einerseits erklärt er China faktisch zum Hauptfeind der USA in wirtschaftlicher, politischer und militärischer Hinsicht. Andererseits untergräbt er die Beziehungen zu Russland und treibt China und Russland somit noch stärker gegenseitig in die Arme“, schloss der Experte.

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    Tags:
    Donald Trump, Südkorea, Nordkorea, Japan, Russland, China, USA