07:03 17 Dezember 2017
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    Der Tod - Sensen-Spitzenkandidat der fiktiven Partei AfA (Alternative für Alles)

    Sputnik Exklusiv: Die Alternative für Alles – wenn der Tod persönlich Wahlkampf macht

    © Foto: © Der Tod
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    Der Tod macht Wahlkampf. Er will die Altersarmut auf seine Weise beseitigen und setzt sich für die Vollverschleierung ein. Aber eigentlich ist er auch Comedian und möchte die Leute wieder vermehrt zum Wahlgang bewegen – und das Image des Tods im Abendland etwas aufpolieren.

    Der Tod wohnt in Berlin und macht jetzt aktiv Wahlkampf. Dafür hat er sogar eine eigene Partei ins Leben gerufen, die Alternative für Alles (AfA) nämlich. Und die Partei hat für all die politischen Probleme und Problemchen, die seit Ewigkeiten rauf und runter diskutiert werden eine Lösung parat. Nur eine. Ihn selbst, den Tod.

    Der Tod - Sensen-Spitzenkandidat der fiktiven Partei AfA (Alternative für Alles)
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    Der Tod - Sensen-Spitzenkandidat der fiktiven Partei AfA (Alternative für Alles)

    „Alternative für Alles bietet sich bei mir natürlich an. Ich will den Leuten endlich mal eine echte Alternative geben“, erklärt der Tod im Sputnik-Interview. „Viele Menschen wünschen ja auch der Politik ein bisschen den Tod. Jetzt haben sie endlich auch eine Wahlalternative, die das verspricht.“

    In der Politik will der Mann vieles ändern. So bemerkt er zum schleppenden Bau des Berliner Flughafens: „Wenn ich an der Macht bin, können wir morgen aufmachen. Ich halte Brandschutz für überbewertet.“

    Gegen die drohende Altersarmut hat er auch schon die ersten Ansätze einer Lösung: „Man könnte als ersten Schritt die Grünphasen bei den Ampeln verkürzen, das würde schon mal ein Anfang sein“, sinniert er.

    Auch die Massentierhaltung befürwortet der Tod, fühlt sich da aber teilweise etwas ausgelastet von der Menschheit: „Das grenzt an Überarbeitung“, sagt er. „Wer will schon 24 Stunden am Tag arbeiten? Von mir aus könnt‘s auch weniger sein.“

    Der Tod - Sensen-Spitzenkandidat der fiktiven Partei AfA (Alternative für Alles)
    © Foto: © Der Tod
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    Und als Kuttenträger nimmt er auch eine prominente Rolle im Burka-Streit ein. Die Diskriminierungen wegen seines Umhangs hat der Schwarze Mann nämlich unendlich satt. „In Berlin geht das noch, Berlin ist so die einzige Stadt, wo man mit Kutte und Sense herumlaufen kann und noch zu den Normalen gehört“, bemerkt er und fährt leicht verbittert fort: „Aber ich toure ja durch die gesamte Welt und da ist es vor allem in ländlichen Gebieten ein bisschen schwierig.“ Daraus folgert er: „Vollverschleierung muss erlaubt sein.“

    Woher dieser frische Wind weht? „Also wir haben ja im Jenseits eine sehr warmherzige Willkommenskultur, bei uns gibt es keine Obergrenze“, erklärt der Tod. „Wir nehmen wirklich jeden, schon seit Anbeginn der Zeit. Egal, ob reich, egal, ob arm, welcher Herkunft. Kommt zu uns ins Jenseits, hier gibt es immer freie Plätze. Das ist der große Unterschied zwischen Abendland und Feierabendland. Wir schaffen das!“

    Eine Besonderheit gebe es in diesem Jenseits allerdings. Denn der Tod erlaube sich neuerdings einen Scherz mit AfD-Wählern, die er abholt. „Die begrüße ich im Jenseits immer auf Arabisch“, sagt der Sensenmann, der alle Sprachen fließend spricht – und lacht. „Das Gesicht muss man sehen.“

    Der Tod - Sensen-Spitzenkandidat der fiktiven Partei AfA (Alternative für Alles)
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    Teilweise wirken seine Plakate wie zugeschnitten auf andere echte Wahlplakate in unmittelbarer Nähe. Geplant war das, wenn man dem Tod trauen darf, nicht. „Zufällig ergibt sich sehr viel“, bemerkt er. „Die Altparteien haben ja sehr altbackene Slogans und wenn daneben der Tod einen Slogan macht – das passt eigentlich immer.“

    „Der Hintergrund des Ganzen ist, dass ich die Leute ein bisschen in die — an die Urne bringen will“, erklärt der Tod die gesamte Plakat-Aktion. „Ich will damit sagen: Hey, kommt! Ihr beschwert euch immer, wenn ich euch abhole, dass ihr keine Bestimmung habt. Also nutzt die Selbstbestimmung bei der Wahl. Und bleibt nicht zuhause sitzen und beschwert euch nachher, dass sich nichts ändert.“

    Und ein weiteres Nebenprojekt ist eine Imagekampagne für ihn selbst. „Ich habe einen sehr schlechten Ruf in der westlichen Welt“, klagt der Tod. Seine Idee ist es, sich selbst wieder mehr in den Alltag zu integrieren. „Ich werde solche Plakataktionen öfter machen, sodass es irgendwann normal wird, dass der Tod zum Alltag gehört“, schließt der Hobbypolitiker und professionelle Comedian, der sich konsequent nur Tod nennt und weder im Studio noch anderswo je seine Kutte ablegt.

    Valentin Raskatov

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