04:45 11 Dezember 2017
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    Ausländische Militärbeobachter bei Manöver Zapad 2017

    Feindliche Nato-Rhetorik bleibt trotz Lob für „Zapad 2017“ - Militärexperte

    © Sputnik/ Jewgeni Bijatow
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    Ein Nato-Vertreter hat die Transparenz bei dem russisch-weißrussischen Militärmanöver „Zapad 2017" gelobt. Für den russischen Militärexperten Oleg Glasunow handelt es sich dabei nur um die persönliche Meinung eines Einzelnen ohne Einfluss auf die aus dem Westen kommende Rhetorik, schreibt das Nachrichtenportal rueconomics.ru berichtet.

    Thomas Westermann, Nato-Beobachter beim Manöver, hatte am Mittwoch die Transparenz bei "Zapad 2017“ für die ausländischen Beobachter gelobt, ebenso die Bereitschaft des weißrussischen Verteidigungsministeriums, Nato-Vertreter zu den Übungen einzuladen. Westermann zufolge gibt es „eine sehr gute Herangehensweise an die Transparenz der Übungen“.

    Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko erklärte am selben Tag strategische Manöver „Zapad 2017“ mit Russland am 20. September für abgeschlossen. Dabei betonte er, dass sich diese Übungen und die Zusammenarbeit mit Russland nicht gegen Drittländer richten „und ausschließlich dem Schutz unserer nationalen Interessen dienen“. Dessen hätten sich Vertreter des militärdiplomatischen Korps und internationaler Organisationen, die der Abschlussetappe der Übungen beiwohnten, vergewissern können.

    Länder wie die Ukraine, Polen und die baltischen Länder zeigten sich besorgt wegen der Übungen. Die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaitė sagte bei ihrer Rede auf der UN-Generalversammlung in New York, dass Russland mit seinen Übungen „aggressive Szenarien gegen benachbarte Staaten“ probe, indem es seine Armee für einen Angriff gegen den Westen trainiere.

    Militärwissenschaftler Glasunow betonte gegenüber Sputnik, dass die persönliche Position des Nato-Vertreters keinen Einfluss auf die aus dem Westen kommende Rhetorik ausüben werde.

    „Bei solch einem Lob wird man stutzig, da die Nato-Strategie auf jeden Fall ‚Russland — der Feind Nummer eins‘ ist. Das ist westliche Gewohnheit – ins Gesicht lächeln, Komplimente machen und gleichzeitig in den Rücken schlagen und Gemeinheiten begehen. Der General sprach ein Lob aus, aber die Nato-Strategie hat sich nicht geändert, die russische Armee ist für sie ‚aggressiv‘. Obwohl die Übungen aus Verteidigungsgründen durchgeführt wurden, und unsere Militärdoktrin im Unterschied zu den Nato-Ländern nicht offensiv ist“.

    Der Nato-Beobachter habe sich mit den transparenten Übungen zufrieden gezeigt, aber noch vor kurzem sei davor gewarnt worden, dass diese Übungen angeblich auf den Einmarsch in die baltischen Länder ausgerichtet sind, so Glosunow.

    „In der Nato lobt man und gleichzeitig gibt man eins hinter die Ohren. Deshalb muss man auf solch einen Lob zurückhaltend reagieren, denn die Nato-Länder halten uns auf jeden Fall für Feinde.“

    An den „Zapad 2017“-Übungen, die vom 14. bis 20. September im Westen Russlands und in Weißrussland durchgeführt wurden, nahmen rund 12000 Soldaten teil. Rund 70 Flugzeuge und Hubschrauber, 680 Kampfpanzer und weitere Kampffahrzeuge, fast 200 Geschütze, Raketenwerfer und Mörser sowie zehn Schiffe waren im Einsatz.

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    Tags:
    Feindlichkeit, Lob, Transparenz, Kritik, Militärübungen Zapad-2017, NATO, Alexander Lukaschenko, Weißrussland, Russland