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    Feind oder Freund - Was die USA mit der Allianz Iran-Russland-Türkei machen - Experte

    © Sputnik / Ilya Pitalev
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    Der iranische Experte für Probleme im Nahen Osten, Farzad Ramazani Bonesh, hat in einem Interview mit Sputnik die Aussichten des strategischen Bündnisses zwischen dem Iran, Russland und der Türkei kommentiert und hat die Chancen der USA analysiert, die trilaterale Allianz zu zerstören.

    Anfang September hatte der ehemalige Berater des US-Verteidigungsministers, Dov S. Zakheim, die Wiederannäherung der Türkei mit Russland und deren Zusammenarbeit mit dem Iran als eine der merkwürdigsten und besorgniserregendsten Erscheinungen im Zuge des syrischen Krieges bezeichnet. Allerdings gründe die Zusammenarbeit der drei Länder für die Eindämmung des syrischen Krieges auf einer Wahrnehmung der Schwäche der USA und nicht auf einem „Aufschwung gegenseitiger Liebe", schrieb er in einem Beitrag für das Magazin „Foreign Policy".

    Der iranische Experte Bonesh, vertritt eine andere Auffassung dieser trilateralen Kooperation. In einem Interview mit Sputnik verwies er darauf, dass sich die Beziehungen aller drei Länder mit den USA verschlechtert hätten, nachdem Trump zum US-Präsidenten gewählt worden war.

    Selbst die Beziehungen der Türkei und der USA, die als Natomitglieder miteinander durch die Kooperation im Militärbereich verbunden seien, hätten sich zugespitzt, und seit einem Jahr habe die Spannung im US-türkischen Verhältnis  zugenommen. Deshalb sei die Türkei gezwungen worden, sich auf die Zusammenarbeit mit Russland und dem Iran umzustellen und den Dialog zu verschiedenen strategischen Fragen mit den beiden Ländern zu aktivieren, so der Experte.

    Diese Entwicklungen hätten „ein Konzept der trilateralen Kooperation zwischen dem Iran, Russland und der Türkei" zur Folge.

    Bonesh hob die Fortschritte hervor, die seit einem Jahr nach der Normalisierung der russisch-türkischen Beziehungen an den Tag gelegt worden waren.

    Die trilateralen Beziehungen von Russland, dem Iran und der Türkei seien vor allem im Bereich der Regelung der syrischen Krise fortgeschritten, betonte der Experte. In Bezug darauf nannte er die Verhandlungsrunden der Syrien-Gespräche in Astana und die Bildung des trilateralen Ausschusses (der für die Deeskalationszonen verantwortlich ist — Anm. d. Red.). Außerdem hätten der Iran, Russland und die Türkei die Erweiterung ihrer Militärkooperation vereinbart.

    Allerdings könne dieses Format der Zusammenarbeit auch zur Lösung anderer Fragen eingesetzt werden, sagte Bonesh.

    Sputnik wollte wissen, welche Aussichten das türkisch-russisch-iranische Bündnis habe und ob die USA etwas unternehmen werden, um diese Bündnis zu stören. Der Experte ist sich sicher: Die Kooperation im Rahmen des Bündnisses könne durchaus ausgebaut werden.

    Zwar kämen die türkischen Interessen bei vielen Themen, zu denen Nordkaukasus, Zentralasien, der Irak und Syrien zählen würden, mit den Interessen von Russland und dem Iran nicht überein, musste Bonesh zugeben. Die trilateralen Konsultationen würden jedoch fortgesetzt und machten deutlich, dass die Partner ihre Kooperation in den Sicherheits- und geopolitischen Fragen noch erweitern könnten, sagte er.

    „Die USA und ihre Verbündeten im Nahen Osten werden alles Mögliche tun, um den Integrationsprozess zwischen dem Iran, Russland und der Türkei zu untergraben", äußerte Bonesh. Falls sich die Beziehungen zwischen der Türkei und den USA wieder verbessern würden, könne Ankara an der Zusammenarbeit mit dem Iran und Russland weniger interessiert sein. „Zurzeit aber funktioniert dieses Modell, und seine wichtigste Richtung ist die Lösung der syrischen Frage".

    Der Experte verwies auch auf die türkischen Interessen in Syrien, die von den USA nicht geschützt werden. Die USA würden nämlich mit ihrem „unverhohlenen" Interesse für den Norden Syriens direkt und indirekt die „Demokratischen Kräfte Syries" (in denen kurdische Kämpfer einen Großteil ausmachen — Anm. d. Red.) unterstützen. „Dies ist eine rote Linie, die die Türkei dazu bringt, sich mit anderen Akteuren zu verbünden. Die Türkei weiß, dass die USA ihre Interessen in Syrien nicht berücksichtigen", sagte Bonesh abschließend.

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    Tags:
    Bündnis, Türkei, Iran, Russland, USA