06:08 17 Oktober 2017
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    Jörg Meuthen

    AfD-Spitzenpolitiker zufrieden mit Wahlergebnis – Forderung nach Rücktritt an Merkel

    © REUTERS/ Wolfgang Rattay
    Politik
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    AfD-Parteichef Jörg Meuthen hat gegenüber Sputnik den AfD-Wahlerfolg als einen „grandiosen Sieg“ bezeichnet. Es gibt im Parlament endlich wieder eine konservative Stimme, eine freiheitliche Stimme, eine patriotische Stimme, findet er.

    Die Unzufriedenheit der Wähler mit den übrigen Parteien war mit Händen zu greifen, erklärte Meuthen. Insbesondere mit den Parteien der Großen Koalition. „Ich glaub ein eindrucksvolleres Abstrafen einer Regierung kann man sich gar nicht vorstellen.“ Eine Million Stimmen habe die AfD der CDU/CSU weggeschnappt.

    „Das liegt daran, dass die CDU keine konservative Partei mehr ist. Wir aber sehr wohl. Die Menschen haben eine Sehnsucht nach freiheitlich-konservativen Positionen. Wir haben keine Mitte-Rechts-Partei mehr und die AfD ist in dieses Vakuum gestoßen.“

    Oberstes Ziel sei es nun, „Rechtsstaatlichkeit wieder herzustellen“, erklärte der AfD-Politiker. Flüchtlinge ohne Rechtsanspruch dürften nicht „unkontrolliert in unser Land einströmen.“ Zudem bestätigten neueste Erkenntnisse von Juristen des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags, dass Kanzlerin Merkel widerrechtlich die Grenzen geöffnet habe bei der Flüchtlingskrise, die AfD-Forderungen. „Das ist ein Grund zurückzutreten. Und das werde ich ihr auch sagen. Ich sehe sie gleich.“ So Meuthen, der kurz nach dem Interview weiterzog ins TV-Hauptstadtstudio der ARD.

    „Wir haben viele Wähler überzeugen können und haben offensichtlich wenig falsch gemacht" kommentierte Spitzenkandidat Alexander Gauland im Sputnik-Interview den Wahlerfolg. „Wir wollen einen Untersuchungsausschuss gegen Frau Merkel. Ansonsten kann man über Politikinhalte erst reden, wenn die Regierungsbildung beendet ist.“ Erst dann könne die Fraktion im Bundestag aktiv werden.

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    AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel zeigte sich hocherfreut über das „gute Wahlergebnis“, betonte aber, nun komme es auf die eigentliche politische Arbeit ihrer Partei als stärkste Oppositionskraft im Bundestag an. Auf die Frage, ob die Spitzenfrau die Beweggründe linker Demonstranten und Anti-AfD-Protestler verstehen könne, antwortete sie gegenüber Journalisten: „Das muss jeder selbst wissen, ob er an solchen Protesten teilnimmt. Ich empfehle aber einigen der Demonstranten, mal einen Blick ins Grundgesetz zu werfen.“ Denn Protestaktionen, die gegen Verfassung oder Gesetze verstoßen, seien zu ahnden.

    Alexander Boos

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    Tags:
    Bundestagswahl, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Jörg Meuthen, Deutschland