11:48 18 Dezember 2017
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    NATO-Truppen in Polen (Archivbild)

    Nato-Manöver „Dragon 2017“: Aktive Phase startet in Polen

    © AP Photo/ Czarek Sokolowski
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    Am Montag beginnt in Polen die aktive Phase des Manövers „Dragon 2017“ der polnischen Streitkräfte und ihrer Nato-Bündnispartner, die zum 29. September abgeschlossen werden soll.

    An diesem Manöver nehmen Truppenteile aller Waffengattungen teil. Es soll das Zusammenwirken der Land- und Seestreitkräfte und der Luftwaffe trainiert werden. Erstmals kommen bei dieser Übung auch die neu aufgestellten Truppen der Territorialverteidigung Polens zum Einsatz.

    Wie der Vize-Verteidigungsminister des Landes, Michał Dworczyk, den Journalisten erzählte, werden die Truppen der Territorialverteidigung „das Territorium der Start- und Landebahnen schützen und als Einheiten agieren, die die Aktivitäten der Truppen unterstützen“. Laut dem Manöver-Szenario, so Dworczyk, beanspruche einer der Nachbarstaaten das Recht auf den Zugang zu Naturressourcen auf polnischem Territorium und versuche, „die politische Lage zu destabilisieren“ und „umstrittenes Territorium zu besetzen“.

    Laut dem Übungsplan entschließe sich letztendlich ein nicht freundschaftlich gesinntes Nachbarland zu einem militärischen Konflikt mit Polen, wobei es auch Methoden des Hybridkrieges nutzt. Warschau rufe in diesem Fall seine Nato-Bündnispartner zu Hilfe.

    Bei der Militärübung soll zudem die Verteidigung eines Küstenabschnitts, die Überwindung von Wasserhindernissen und die Anlandung von Landungstruppen trainiert werden. Nach Informationen aus dem polnischen Verteidigungsministerium werden bei der Übung insgesamt 17.000 Militärangehörige und  3.500 Stück Militärtechnik im Einsatz sein.
    Neben dem polnischen Militär nehmen an der Übung „Dragon 2017“ auch Polens Nato-Partner teil – Militärs aus den USA, Litauen, Lettland, Großbritannien, Deutschland, der Slowakei, Italien, Bulgarien und Rumänien. Zudem werden Georgien und die Ukraine vertreten sein.

    Zuvor hatte der polnische Verteidigungsminister Antoni Macierewicz  betont, dass das Manöver „Dragon 2017“ praktisch gleichzeitig mit den russisch-weißrussischen Militärübungen „Zapad 2017“ stattfinde, die Warschaus Besorgnis geweckt hätten.

    An den strategischen Militärübungen „Zapad 2017“, die vom 14. bis 20. September im Westen Russlands und in Weißrussland durchgeführt wurden, nahmen rund 12.000  Soldaten teil.  Auf weißrussischem Territorium waren 10.200 Mann (etwa 7.000 von Weißrussland und etwa 3.000 von Russland) im Einsatz.

    Mehrere Nato-Mitgliedsländer hatten zuvor angesichts dieser Militärübungen ihre Besorgnis bekundet. Wie das russische  Außenministerium daraufhin im Kommentar zu Befürchtungen in Bezug auf die Transparenz der Übungen erklärte, werde die Anzahl des eingesetzten Militärs und der Militärtechnik nicht das Niveau übersteigen, das einer obligatorischen Beobachtung bestimmter Arten von militärischer Tätigkeit unterliegt, wie es im Wiener Dokument von 2011 der OSZE „Über Maßnahmen zur Festigung des Vertrauens und der Sicherheit“ festgelegt sei. Russland hatte am 13. Juli in einer Sitzung des Russland-Nato-Rats für die Mitglieder der Allianz ein Briefing zur künftigen Militärübung „Zapad 2017“ veranstaltet.

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    Tags:
    Militärübungen, NATO, Polen
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