10:16 14 November 2019
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    die AfD-Vorsitzende Frauke Petry (M.), AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland (R.), AfD-Spitzenkandidat Alice Weide (R. 2-te)

    Gauland über Petry: „Keine Hilfe, sondern Stich in den Rücken“

    © AFP 2019 / Tobias SCHWARZ
    Politik
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    Eine Hilfe war die AfD-Vorsitzende Frauke Petry im Wahlkampf wirklich nicht - das hat der AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland in einem Interview für die „FAZ.NET“ gesagt, als Kritik auf Petrys Aussage bei der Bundespressekonferenz, dass sie der AfD-Fraktion im Bundestag nicht angehören wird.

    Erst habe Petry mehrere Termine „zu- und dann wieder abgesagt“, er habe die Termine dann mit Frau Weidel zusammen übernehmen müssen, äußerte Gauland. Außerdem habe die Parteivorsitzende dem Spitzenteam wenige Tage vor der entscheidenden Stimmabgabe in den Rücken gestochen. Das könne wohl keine Wahlkampfhilfe sein, so der AfD-Spitzenmann. Er habe sich von Petry „nicht unterstützt gefühlt und Frau Weidel geht es genauso“, betonte er.

    Ob Petrys Ankündigung für die Partei bedauernswert sei?

    „Naja, das ist immer so eine Sache. Viele waren ja auch glücklich, als Bernd Lucke 2015 ging“, sagte Gauland.

    Die Entscheidung der Parteivorsitzenden finde er traurig:

    „Wenn man mit jemandem eine Partei begründet oder lange gut zusammengearbeitet hat, fällt einem das immer schwer. Ich habe auch jetzt überhaupt kein Glücks- oder Triumphgefühl, sondern ich bin traurig, dass Frau Petry diesen Weg geht. Das erinnert mich leider an den Weg von Bernd Lucke.“

    Die Gefahr einer Spaltung der AfD-Bundestagsfraktion sieht der AfD-Spitzenkandidat jedoch nicht. Bei den Gemäßigten in der AfD, der sog. Alternativen Mitte, gebe es keine „große Bewegung weg von uns“, äußerte er.

    Petrys Vorwurf, der AfD würden programmatische Inhalte fehlen, halte Gauland „für einen absoluten Witz.“ Die Parteivorsitzenden hätten ja den Verfasser des AfD-Wahlprogramms „selbst noch groß gelobt.“ Sich dann hinstellen und diese Arbeit für nichtig zu erklären gehe einfach nicht. „Wenn sie dramatische Punkte vermisst hat, dann hätte sie sie doch einbringen können.“

    Die innerparteilichen Gegner von Frau Petry waren vor allem Björn Höcke und Jens Maier, also Leute vom ganz rechten Rand. Ist Ihre Partei da jetzt insgesamt angekommen?

    Eine Verortung am ganz rechten Rand bedeute Petrys Verzicht auf die Fraktionsmitgliedschaft für die AfD jedenfalls nicht, versicherte Gauland im Interview: „Wir haben ein Programm und das werfen wir jetzt nicht um, nur weil Frau Petry einen anderen Weg geht. Zumal ich noch gar nicht weiß, was für ein Weg das sein wird", fügte er hinzu.

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    Tags:
    Interview, Kritik, Hilfe, Streit, Wahlen, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Alice Weidel, Frauke Petry, Alexander Gauland, Deutschland