15:56 13 Dezember 2017
SNA Radio
    Flughafen auf dem Insel Kunaschir

    Erstmals ohne Visum angeflogen: Japaner besuchen Ahnen-Gräber auf Südkurilen

    © Sputnik/ Ekaterina Chesnokova
    Politik
    Zum Kurzlink
    0 461

    70 Japaner, die erstmals ohne Visum auf die Südkurilen-Inseln geflogen sind, um die Gräber ihrer Ahnen zu besuchen, sind am Sonntag wieder auf die Insel Hokkaido zurückgekehrt. Das hat die japanische „Assoziation für Maßnahmen für nördliche Territorien“ mitgeteilt.

    Der erste Charterflug der russischen Fluggesellschaft „Awrora“ war am vergangenen Samstag vom japanischen Flughafen Nakashibetsu in Richtung Südkurilen gestartet und hätte noch am selben Tag  retour fliegen sollen. Wegen schlechter Wetterbedingungen wurde der Rückflug jedoch auf Sonntag verschoben.

    Besuche dieser Art hatte es auch in der Vergangenheit gegeben. Doch jedes Mal hatten die bürokratischen Prozesse und die Schiffsreise viel Zeit in Anspruch genommen.  Deshalb hatten die Regierungen Russlands und Japans im April visafreie Flüge japanischer Bürger auf die Kurilen-Insel vereinbart. Der erste solche Flug hätte noch im Sommer stattfinden sollen, wurde aber wegen schlechter Wetterbedingungen abgesagt.

    Zwischen Russland und Japan gibt es einen Territorialstreit um die Kurilen-Inseln. Nach der Kapitulation des japanischen Kaiserreichs im Zweiten Weltkrieg war der gesamte Inselbogen an die Sowjetunion gefallen, was völkerrechtlich festgehalten worden war. Japan hatte die südlichen Kurilen-Inseln Iturup, Kunaschir, Schikotan und die Inselgruppe Habomai für unrechtmäßig besetzt gehalten und deren Rückgabe gefordert.

    Aus diesem Grund gibt es zwischen Russland und Japan seit dem Zweiten Weltkrieg bis heute keinen Friedensvertrag. Stattdessen hatten beide Staaten 1956 eine gemeinsame Deklaration verabschiedet, mit der der Kriegszustand beendet wurde.

    Darin hatte sich die damalige Sowjetunion als Geste guten Willens bereit erklärt, im Falle eines Friedensvertrages die Inseln Schikotan sowie die Habomai-Gruppe an Japan zu übertragen. Doch Japan fordert alle vier Inseln zurück und beruft sich dabei auf einen bilateralen Handels- und Grenzvertrag von 1855, in dem diese Inseln als japanisch anerkannt worden waren.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren