18:08 11 Dezember 2017
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    Russischer Luftabwehrkomplex S-400 Triumph (Archiv)

    S-400-Deal: Womit endet zweijährige Erpressung des Westens durch Ankara für Moskau?

    © Sputnik/ Grigoriy Sisoev
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    Die Türkei wird die Zeit, in der der Deal zur Lieferung russischer Luftabwehrsysteme abgewickelt wird, zum Aushandeln günstigerer Konditionen für ihre Beziehungen zum Westen und zur NATO nutzen. Diese Prognose gab der Direktor des Instituts für moderne staatliche Entwicklung, Dmitri Solonnikow, am Montag in Moskau.

    Die Lieferung russischer S-400-Systeme dürfte innerhalb von zwei Jahren aufgenommen werden. „Ich möchte kein konkretes Datum nennen, weil derzeit immer noch verhandelt wird“, sagte der Unterstaatssekretär für die türkische Verteidigungsindustrie, Ismail Demir.

    Vor zwei Wochen hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Unterzeichnung eines Abkommens über den Erwerb russischer S-400-Luftabwehrsysteme bekannt gegeben.

    Experte Solonnikow sieht nichts Ungewöhnliches in den genannten Terminen. Das entspreche technischen Parametern derartiger Waffendeals. „Zwei Jahre sind eine ganz normale Frist“, sagte er.

    „Ankara nimmt Kontakt zur Anti-IS-Koalition auf – zu Russland und zum Irak. Eine Kooperation, darunter in Bezug auf die Kompatibilität von Rüstungssystemen, wäre in diesem Fall durchaus logisch. Zugleich ermöglicht das, die Reaktion der mit Washington verbundenen Länder zu beobachten.“

    Ankara wisse noch nicht, welche Schritte es zu unternehmen habe: die Beziehungen zu Europa zuspitzen und in Richtung eurasischer Integrationsinstitute wenden oder die alte Politik fortsetzen, indem Kontakte zu Russland zur Erpressung westlicher Verbündeter missbraucht würden, fuhr der Experte fort.

    Die Krise zwischen Ankara und dem Westen habe ihren Höhepunkt während des gescheiterten Putschversuchs in der Türkei erreicht. Generäle, die gegen die legitime türkische Regierung auftraten, seien vom westlichen Militär unterstützt worden, was die weitere Kooperation der Türkei mit der Allianz in Frage gestellt habe.

    Die Krise sei jetzt vorbei, und zwar ohne radikale Folgen für die Beziehungen der beiden Seiten. „Trotzdem sind Probleme geblieben. Daher wird Ankara weiter versuchen, den Westen und vor allem die NATO unter Druck zu setzen. Ein Hebel dafür ist das Abkommen über die Lieferung russischer S-400-Raketenabwehrsysteme“, sagte Solonnikow.

     

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