08:10 18 November 2019
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    Kurdische Frauen nach der Abstimmung

    Referendum in Kurdistan: 80 Prozent Beteiligung – erste Ergebnisse

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    Politik
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    Etwa 78 Prozent der 5,2 Millionen Wahlberechtigten haben an dem Referendum über die Unabhängigkeit Irakisch-Kurdistans teilgenommen und 93 Prozent von ihnen haben die Idee der Unabhängigkeit der Region unterstützt, wie die kurdischen Medien unter Verweis auf die Hohe unabhängige Kommission für Referendum und Wahlen in Kurdistan berichten.

    In Irakisch-Kurdistan ist die Stimmenauszählung noch im Gange. Von der Befürwortung der Unabhängigkeit zu über 93 Prozent zeugen die Daten nach der Auszählung von etwa 282.000 Wählerstimmen (etwa neun Prozent der an die Urnen getretenen Wähler).

    Gegen die Unabhängigkeit sollen sich demnach 6,71 Prozent der Wähler ausgesprochen haben. Wie der Vorsitzende der Kommission betonte, können sich die Ergebnisse ändern, da die Stimmenauszählung noch andauere. Die endgültigen Ergebnisse des Volksentscheids sollen zum Donnerstag bekannt gegeben werden.

    Stimmberechtigt seien alle Bürger des Iraks gewesen, die in Irakisch-Kurdistan oder in den kurdischen Kreisen registriert sind. Es sollen 6.846 Wahllokale und 1.737 Kommissionen tätig gewesen sein. Die Abstimmung hat nicht nur in den Provinzen Erbil, Sulaimaniyya und Dahuk stattgefunden, die offiziell zur kurdischen Autonomie gehören, sondern auch außerhalb, insbesondere in den Provinzen Kirkuk, Ninawa und Salah ad-Din. Für die Kurden, die außerhalb des Irak leben, war eine Online-Abstimmung organisiert worden.

    Gegen die Durchführung des Unabhängigkeits-Referendums hatten sich das offizielle Bagdad, die Nachbarn von Irakisch-Kurdistan, aber ebenso die USA und die UNO geäußert. Die Türkei und der Iran haben Militärübungen an der Grenze zu dieser Region gestartet. Der Iran hat außerdem den Flugverkehr mit irakisch-Kurdistan gesperrt.

    Das irakische Parlament hat indes für die Entlassung von drei kurdischen Staatsbeamten gestimmt, die an dem Referendum teilgenommen haben, und gefordert, die Kontrolle über die Grenze Kurdistans mit den Nachbarländern Bagdad zu übergeben. Zudem sollen alle Verhandlungen und Ölgeschäfte künftig nur über die irakische Regierung laufen.
    Irakisch-Kurdistan ist eine autonome Region im Norden des Iraks, deren Status in der Verfassung des Landes verankert ist.

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    Tags:
    Unabhängigkeitsreferendum, Kurdistan, Irak