13:08 18 Oktober 2017
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    Kim Jong-un beobachtet den Start einer Hwasong-14-Rakete

    Kim Jong-un kommt mit „veralteten Sowjet-Waffen“ gegen US-Luftwaffe kaum an - Medien

    © REUTERS/ KCNA
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    Nordkorea droht mit dem Abschuss von US-Bombern, selbst wenn sich diese außerhalb seines Luftraums befinden. Westliche Militärexperten bezweifeln laut der US-Zeitschrift „Foreign Policy“ jedoch, dass Pjöngjang seine „leeren Drohungen“ im Ernstfall wahr macht. Denn den Großteil seiner Waffen mache „veraltetes sowjetisches Kriegsgerät“ aus.

    Die Experten äußerten gegenüber der Zeitschrift ihre Zweifel, dass die realen Möglichkeiten Nordkoreas seinen „leeren Drohungen“ kaum entsprächen und dass Pjöngjang ein US-Militärflugzeug tatsächlich vom Himmel holen könnte.

    Die nordkoreanische Luftwaffe, die größtenteils aus Flugzeugen der Sowjet-Epoche bestehe, stelle eine „unbedeutende Gefahr“ für die USA und deren Verbündete dar.

    „Ich bezweifle sehr, dass es irgendeines der (nordkoreanischen – Anm. d. Red.) Flugzeuge es  mit unseren Jagdbombern erfolgreich aufnehmen könnte. Wenn ihre Flugzeuge unsere Jets angreifen, werden wir viele Trümpfe in der Hand haben“, so der Militäranalytiker und Oberst a.D. der US-Armee, David Maxwell.

    Pjöngjang soll unterschiedlichen Schätzungen zufolge über tausende sowjetische Boden-Luft-Raketen verfügen, die US-Bomber tatsächlich außerhalb des nordkoreanischen Luftraums treffen könnten, so die Zeitschrift. Das alles seien aber „veraltete Systeme“, mit denen US-Bomber sowie Kampfflugzeuge der Verbündeten wie B-1 und B-2 fertigwerden können.

    Ein Beispiel für Nordkoreas modernste Kriegstechnologien sei der Luftabwehrkomplex KN-06 aus eigener Produktion, den Kim Jong-un dieses Jahr „aktiv gepriesen“ habe. Doch die Reichweite dieses mobilen Systems, das auf „russischen und chinesischen Technologien basiere“, dürfte 100 Meilen (knapp 161 Kilometer) kaum übersteigen und daher keine Bedrohung  für die US-Luftwaffe darstellen.

    „Das nordkoreanische Regime versucht offenbar stark zu erscheinen und äußere Gefahren mit Getöse fernzuhalten“, äußerte Bruce Bennet, ein Mitarbeiter der US-Denkfabrik RAND Corporation.

    Zuletzt hatte Nordkorea dem Magazin zufolge im Jahr 1994 einen amerikanischen Kampfhubschrauber abgeschossen. Damals sei ein Pilot umgekommen, der zweite sei gefangen genommen worden. Der überlebende Pilot, der später freigelassen wurde, gab später an, man habe ihn misshandelt und dazu gezwungen, ein Geständnis  zu unterzeichnen, wonach er in den nordkoreanischen Luftraum eingedrungen sei. Washington habe damals jedoch beteuert, der Helikopter sei in der demilitarisierten Zone geflogen.

    Am vergangenen Montag hatte Nordkoreas Außenminister Ri Yong-ho geäußert, US-Präsident Donald Trump habe dem nordkoreanischen Volk den Krieg erklärt. Deshalb behalte sich Pjöngjang vor, US-Bomber abzuschießen, selbst wenn sich diese außerhalb des nordkoreanischen Luftraums befinden sollten. „Die Welt muss sich klar daran erinnern, dass die USA als erste den Krieg erklärt haben“, so der Minister.

    Zuvor hatte Trump „Muskeln spielen lassen“: Am Samstag waren mehrere US-Bomber vom Typ B-1B entlang der nordkoreanischen Küste geflogen. Das sei das erste Mal im 21. Jahrhundert, dass US-Bomber und Kampfjets so weit nördlich der demilitarisierten Zone (DMZ) geflogen seien, sagte Pentagon-Sprecherin Dana White. Die USA hätten damit die Ernsthaftigkeit unterstreichen wollen, mit der sie Nordkoreas „rücksichtsloses Verhalten“ beobachteten.

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    Tags:
    Bomber, Abschuss, Kriegserklärung, Kim Jong-un, Donald Trump, Sowjetunion, USA, Nordkorea
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