08:15 13 Dezember 2017
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    Chinesen in Dschibuti Stützpunkt

    Chinesen in Dschibuti: Irak- und Syrien-Erfahrungen mit berücksichtigt

    © AFP 2017/ STR
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    Die in ihrer Militärbasis im ostafrikanischen Dschibuti stationierten chinesischen Truppen haben in der Region ein erstes Manöver mit Schießübungen durchgeführt. Zu Besonderheiten des Stützpunktes und zu den Aufgaben, die die Chinesen im Land lösen wollen, äußert sich der russische Militärexperte Wassili Kaschin.

    „Veröffentlichten Daten zufolge wurde das Objekt in Dschibuti in Form einer Festung gebaut, umgeben von einer Betonmauer mit Wachtürmen“, sagt der Experte in einem Sputnik-Interview.

    „Beim Bau wurden Erfahrungen der jüngsten Kämpfe im Irak und in Syrien mit berücksichtigt, wo mit Sprengstoff gespickte Lastwagen oder Panzertechnik zur wichtigsten Waffe bei der Erstürmung von befestigten Objekten geworden sind. Die chinesische Basis ist auf ein solches Szenario gefasst. Die Garnison der Festung kann auch langen Belagerungen standhalten.“

    Dem Experten zufolge reicht die mächtige Mauer allein nicht aus, um eine ungünstige Entwicklung zu verhindern. Der Landeplatz für Hubschrauber in der Mitte der Basis sei mit einer Länge von 400 Metern größer als sonst, damit im Notfall Güter von Transportmaschinen abgeworfen werden könnten. „Somit kann die Basis auch aus der Luft versorgt werden, falls sie vollständig blockiert werden soll und der Flughafen von Dschibuti nicht genutzt werden könnte.“

    „An der innerhalb der Mauer gebauten Anlegestelle können gleichzeitig zwei oder drei Zerstörer oder Fregatten festmachen. Zur Infrastruktur der Basis gehören auch ein Depots für Treibstoff, Kampftechnik, Wasser und Trockengut, Wohnräume und eine Kommandostelle. Es gibt auch unterirdische Anlagen.

    Die Stationierung von Sondertruppen mit schweren Z-8F-Hubschraubern im Stützpunkt wird es im Notfall Sonderoperationen ermöglichen (es geht unter anderem um die Rettung von Piraten aufgebrachter Schiffe), und zwar in einem Radius von mehreren Hundert Kilometern. Auch Kranke und Verletzte an Bord chinesischer Schiffe, die im Raum des Horns von Afrika agieren, können in Sicherheit gebracht werden“, fuhr der Experte fort.

    Früheren Meldungen zufolge werde die Basis von etwa einer Kompanie chinesischer Marineinfanteristen bewacht, die mit leichter Panzertechnik, modernsten Handfeuerwaffen und Panzerabwehrkomplexen bewaffnet seien. Im Notfall könnte ein im Stützpunkt vor Anker liegendes Schiff auch für die Luftabwehr sorgen.

    „Das chinesische Projekt ermöglicht es im Grunde genommen, auf einem geringen Territorium (etwa 36 Hektar), das China gepachtet hat, einen maximalen Nutzeffekt zu erzielen. Die Struktur der Basis gewährleistet die maximale Sicherheit des Objekts. Das im Stützpunkt stationierte chinesische Personal darf die Basis nur in zwei Fällen verlassen – wie zuletzt für Feldübungen oder bei Reisen zum Flughafen.“

    Das Fehlen eines eigenen Flughafens ist dem Experten zufolge wohl der einzige Nachteil des chinesischen Stützpunktes. Die USA betreiben in Dschibuti einen eigenen Flugplatz, wo unter anderem auch Kampfdrohnen stationiert seien. Dafür sei die Personalstärke in der US-Basis mit 4.500 Mann um ein Mehrfaches höher.

    „China plant beachtliche Investitionen in den Bau eines zweiten internationalen Flughafens in Dschibuti und darf die örtliche Infrastruktur im Notfall im Interesse seiner Luftwaffe nutzen. Somit hat China seine langfristige Militärpräsenz in dieser strategisch wichtigen Region gründlich vorbereitet. China führte seine herausragenden Möglichkeiten vor Augen, technisch komplizierte Militärobjekte im Ausland binnen kurzer Zeit zu errichten“, schlussfolgerte Kaschin.

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    Tags:
    Erfahrungen, Sicherheit, Marine, Technik, Stützpunkt, USA, Irak, Syrien, China
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