12:13 16 Dezember 2017
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    ehemalige AfD-Chefin Frauke Petry (Archivbild)

    Maischberger-Talkshow: Frauke Petry kritisiert AfD

    © AP Photo/ Markus Schreiber
    Politik
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    Ihren ersten öffentlichen Auftritt nach dem Parteiaustritt hatte Frauke Petry bei Maischberger. Eine vielversprechende Sendung, wie die Zeitung „Die Welt“ schreibt – hätte die Moderatorin die Noch-AfD-Vorsitzende nicht so oft unterbrochen. Am Ende haben die Zuschauer dann aber doch ein wenig über Petrys Verhältnis zur AfD erfahren können.

    Wie vom Erdboden verschluckt sei Frauke Petry gewesen, nachdem sie ihren Fraktions- und Parteiaustritt bekanntgegeben habe – bis Mittwochabend bei „Maischberger“, schreibt das Blatt. Die Moderatorin hätte viel Brisantes von Petry erfragen können, eine „Abrechnung mit der Partei“ hätte es werden können, schreibt „Die Welt“. Doch stattdessen…

    Stattdessen haben die Zuschauer erfahren, dass Frauke Petry bei der Bundestagswahl – oh Wunder – die AfD gewählt hat. Denn sie erachte es – trotz ihres geplanten Parteiaustritts – als notwendig, so Petry laut dem Blatt, die AfD als Oppositionspartei im Bundestag zu haben.

    Nachdem die anderen Talkshow-Gäste ihre üblichen Thesen zum Wahlergebnis losgeworden waren, wollte Maischberger wissen: Wann hat Petry die Entscheidung getroffen, aus der Fraktion und der Partei auszutreten – vor oder nach der Wahl? Eine klare Antwort auf so eine Frage sei von Petry nicht zu erwarten gewesen, schreibt die Welt. So habe sie auch die anderen Gäste diskutieren lassen, ob sie mit ihrer Entscheidung die Wähler betrogen habe oder nicht.

    Insgesamt habe Petry an dem Abend ruhiger gewirkt, „nicht mehr so angriffslustig, die Beine übergeschlagen, die Hände gefaltet auf den Schoß gelegt, anfangs gar etwas müde, aber auch aufmerksam zuhörend, mal ehrlich lachend, nicht mehr verkrampft ihre Kontrahenten an die Wand lächelnd, sondern etwas gelöster.“

    Dass Petry den Rückhalt der Partei nicht mehr hat, habe man jedoch gemerkt – und auch, „dass die vergangenen Monate, die innerparteilichen Machtkämpfe an ihr gezehrt hatten“, so das Blatt. Petry habe bei „Maischberger“ die Erfahrung machen müssen, nicht im Mittelpunkt einer Talkshow zu stehen.

    Dann aber habe Petry zur Kritik an ihrer Partei losgelegt:

    „Parteien betreiben Negativauslese, es hat mich erschreckt, wie stark das auch in der AfD der Fall ist. Es geht nicht mehr um den Standpunkt einer Person, sondern darum, ob jemand wiedergewählt würde.“

    Statt diese Gelegenheit aber für weitere Fragen zu nutzen, „grätscht Maischberger rein“ und „moderiert einen Einspieler an“ – darüber, wieviel Verantwortung Petry für den Rechtsruck trage.  „Was folgte, war die übliche Diskussion, mit den üblichen Sätzen, die so schon hundert Mal diskutiert wurden“, schreibt „Die Welt“ und rät: „Beim nächsten Mal bitte anders.“

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    Tags:
    Kritik, Austritt, Wahlen, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Frauke Petry, Deutschland
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