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    In Deutschland besteht Nachfrage nach Anti-Establishment Politik

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    Politik
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    Die Bundestagswahl hat gezeigt, dass ein gewisser Prozentsatz der deutschen Bevölkerung das Vertrauen in die Elite verloren hat. Dieses Phänomen ist für Deutschland laut Dr. Christian Wipperfürth neu. Die SPD ist keine Volkspartei mehr, die Chancen der AfD zu überleben sind nicht schlecht.

    „Dieses verlorene Zutrauen in das Establishment konnte man in verschiedenen Ländern Europas sehen, bei Brexit oder bei der Wahl der amerikanischen Präsidenten. Das, was wir bei der Bundestagswahl erlebt haben, ist für Deutschland ein neues Phänomen, “ sagte derv Experte der  Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) im Interview für Sputnik.

    Auch die Sozialdemokratie in Deutschland befinde sich auf einem ähnlichen Weg, wie in anderen west- oder mitteleuropäischen Ländern.

    „Keine Volkspartei mehr zu sein, vielleicht sogar in einer Bedeutungslosigkeit zu versinken, das wäre für Deutschland von besonderer Bedeutung, weil die Sozialdemokratie im Grunde aus Deutschland kommt und 150 Jahre eine sehr große Bedeutung in diesem Land hatte. Sehr viele Menschen haben das Gefühl, dass die Sozialdemokraten nicht mehr die Interessen der kleinen Leute vertreten, sondern die Interessen anderer Gruppen.“

    Die AfD habe teilweise die Nachfolge der SPD angetreten, ein überdurchschnittlicher Anteil von Arbeitern, die vor 20 Jahren überwiegend die SPD gewählt haben, habe die AfD gewählt.

    „In der Alternative gibt es keinen wirklich erfahrenen Politiker. Ob die AfD eine Zukunft hat, ist noch nicht klar, aber die Wahrscheinlichkeit ist größer, wenn man sich auch die anderen europäischen Länder ansieht. Es gibt eine Nachfrage nach Anti-Establishment Politik in Frankreich, Österreich, Schweden usw. Also, die Chancen der AfD zu überleben, sind nicht schlecht.“

    Was die künftigen deutsch-russischen Beziehungen betrifft, so wird es marginale Veränderungen geben.

    Ein Demonstrant in Berlin hält Anti-Merkel-Plakat
    © AP Photo / Gero Breloer

    „Die Partei in Deutschland, die am stärksten für den Ausgleich und die Gespräche mit Russland eintrat, das ist die SPD. Jetzt werden die Grünen wahrscheinlich in die Koalition eintreten, also, die Russland-kritischen Töne werden ein bisschen deutlicher werden. Und der Einfluss der Bundeskanzlerin auf die Außenpolitik wird wahrscheinlich noch stärker werden. Der Einfluss des Bundeskanzleramts war in den vergangenen Jahren dadurch beschränkt, dass der Außenminister von der SPD kam.“

    Das heutige Niveau der deutsch-russischen wirtschaftlichen Beziehungen, insbesondere im Energiebereich, werde beibehalten werden. Der dritte und der vierte Strang von Nord Stream würden gelegt, es gebe dazu keine vernünftige Alternative, betonte Dr. Wipperfürth.

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    Experte, Wahlergebnisse, Bundestagswahl, SPD, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Deutschland