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    Flugzeugträger „Vikramaditya“, Indien (Archivbild)

    Für Muskelspiele oder Militäreinsätze? Fünf Flugzeugträger, die kaum jemand kennt

    © AP Photo / Saurabh Das
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    Medien berichten regelmäßig nur von US-Flugzeugträgern und dem „Verwandten" von „Vikramaditya " - dem russischen schweren Flugdeckkreuzer „Admiral Kusnezow“. Inzwischen befinden sich diese teuren „Spielzeuge“ auch bei Seestreitkräften anderer Länder im Einsatz. Sputnik stellt Ihnen „schwimmende Flugplätze“ vor, die nicht unbedingt jeder kennt.

    30 Jagdflugzeuge und Hubschrauber, 2000 Besatzungsmitglieder und ein Deck so groß wie zwei Fußballfelder — es ist gerade mal fünf Jahre her, dass der von russischen Schiffsbauern für die indische Marine auf Basis des Flugdeckkreuzers „Admiral Gorschkow“ gebaute Flugzeugträger „Vikramaditya“ am 23. September 2012 von seinen Probefahrten nach Sewerodwinsk zurückgekehrt ist.

    Die Modernisierung des Schiffes, das 1982 vom Stapel lief, dauerte lange und war mit Komplikationen verbunden. Dennoch wurde im November 2013 die "Vikramaditya" feierlich an Indien übergeben, und am 8. Januar 2014 traf das Schiff in seinem neuen Heimathafen – auf dem Marinestützpunkt Karwar im Bundesstaat Karnataka — ein. Heute ist der Flugzeugträger das Flaggschiff der indischen Marine.

    „Chakri Naruebet“ (Thailand)

    Die thailändische leichte „Chakri Naruebet“ ist der kleinste unter den modernen Flugzeugträgern. Dieser Flugzeugträger verdrängt nur 11.500 Tonnen Wasser (gegenüber  61.000 bei der „Admiral Kusnezow“ und 100.000 bei der "USS Gerald R. Ford“). Er ist 182 Meter lang und entspricht eher einem Kreuzer. Das Schiff lief 1996 vom Stapel. In den zehn darauffolgenden Jahren war es für Aufsichts- und Inspektionsfahrten der ausschließlichen Wirtschaftszone des Staates sowie für Such-und Rettungsmaßnahmen im Einsatz. Seit 2009 befindet sich der Flugzeugträger ausschließlich im Stützpunkt im Tiefseehafen Chuk Samet und dient als Basis für Hubschrauber vom Typ CH-60 "Sea Hawk".

    Der thailändische Flugzeugträger „Chakri Naruebet“
    Der thailändische Flugzeugträger „Chakri Naruebet“

    Die „Chakri Naruebet“ unterstützte bis Anfang 2000 die ersten Modifikationen der britischen Bomber vom Typ AV-8A Harrier. Jedoch war ihre Nutzungsdauer zu jener Zeit bereits abgelaufen. Eigentlich ist der thailändische Flugzeugträger zum aktuellen Zeitpunkt ein Hubschrauberträger sowie die weltgrößte Königsyacht — das Schiff besitzt große Räumlichkeiten für den Monarchen und seine Familie.

    "São Paulo” (Brasilien)

    Der einzige Flugzeugträger der brasilianischen Marine war ursprünglich bei der französischen Marine unter dem Namen „Foch“ im Einsatz und lief bereits 1960 vom Stapel. Bis zu seinem Verkauf war das Schiff ganze 40 Jahre im Einsatz. 2000 wurde er von Brasilien zu einem Spottpreis von 30 Millionen US-Dollar erworben. Trotz der Tatsache, dass der Flugzeugträger in Frankreich umfangreichen Umbauarbeiten unterzogen worden war, galt er zu Anfang des neuen Jahrtausends bereits als hoffnungslos veraltet. Diesen Kauf halten Militärexperten eher für „Angeberei“ als für eine militärische Notwendigkeit.

    Der brasilianische Flugzeugträger São Paulo
    Der brasilianische Flugzeugträger "São Paulo"

    Die „São Paulo” kann 14 Kampflugzeuge des Typs А-4 Skyhawk, U-Boot-Abwehr- und Transporthubschrauber aufnehmen. Das Flaggschiff wurde jedoch noch nie im Weltozean präsentiert und war permanenten Modernisierungen unterzogen. Es sollte 2013 bei der Marine in Dienst gestellt werden, aber der einige Monate zuvor ausgebrochene Brand an Bord machte die Indienststellung unmöglich. Daraufhin wurde am 14. Februar 2017 bekanntgegeben, dass das Schiff in „Rente gehen“ muss, da weitere Reparaturarbeiten als wirtschaftlich unzweckmäßig eingestuft wurden.

    "Charles de Gaulle" (Frankreich)

    Die „Charles de Gaulle“ ist das Flaggschiff der französischen Marine und der erste nuklear angetriebene Überwasserkampfschiff der Republik. Mit seiner Wasserverdrängung von 42.000 Tonnen ist es nur der „Admiral Kusnezow“ und den US-Riesen unterlegen. Bei der Marine steht es seit 2001 im Kampfeinsatz. Sein erster großer Einsatz waren Ende 2015 die Luftschläge gegen Stellungen der IS-Kämpfer in Syrien als Antwort auf die Terroranschläge in Paris am 13. November. Die russischen Schiffe schützten den französischen Flugzeugträger im Mittelmeer vor möglichen Bedrohungen.

    Der französische Flugzeugträger Charles de Gaulle
    Der französische Flugzeugträger "Charles de Gaulle"

    Bestückt ist die „Charles de Gaulles“ hauptsächlich mit Kampfflugzeugen — 36 Jagdbombern "Dassault Super Etendard" und "Dassault Rafale". Außerdem sind auf dem Schiff zwei Frühwarnflugzeuge Grumman E-2 Hawkeye und zwei Hubschrauber Eurocopter SA 360 Dauphin für Rettungseinsätze stationiert. Der Flugzeugträger ist vor Bedrohungen aus der Luft gut geschützt, und zwar mit Flugabwehrsystemen „Aster-15“ und "Sadral" sowie der 20-mm-Maschinenkanone Giat 20F2. Das Schiff gilt als das kampffähigste in seiner Klasse.

    "Cavour" (Italien)

    Der Flugzeugträger "Cavour" mit einer Wasserverdrängung von 28.000 Tonnen wurde bei der italienischen Marine 2009 in Dienst gestellt und gilt als ein „junges" Schiff. Er kann jedoch nicht als „schwimmender Flugplatz“ betrachtet werden, da er an Bord nur acht Flugzeuge AV-8B Harrier II aufnehmen kann. In der Perspektive wird das Schiff auf die US-amerikanischen F-35B umgerüstet. Jedoch kann die „Cavour“ zwölf Hubschrauber verschiedener Bestimmung sowie Landungskräfte an Bord haben: 415 Marineinfanteristen, bis zu 100 Stück rollende Technik oder 24 Hauptkampfpanzer oder 50 schwere Kampfpanzerwagen. Auf dem Schiff kann ein Stab mit 145 Menschen stationiert werden. Die „Cavour“ ist eine universelle Kampfeinheit, die am ehesten für Expeditionsoperationen ausgelegt ist: sie kann Truppen zum Kriegsschauplatz bringen, sie an Land absetzen und die Landung mit der Luftflotte schützen.

    Der italienische Flugzeugträger Cavour
    Der italienische Flugzeugträger "Cavour"

    Außerdem ist er mit zwei 76,2-mm-Maschinenkanonen bewaffnet, die mit einer Feuergeschwindigkeit von 80 Schuss pro Minute auf einer Distanz von acht bis zu 20 Kilometern feuern können. Trotz seiner martialischen Bewaffnung war der einzige große Einsatz für "Cavour" die humanitäre Mission zur Unterstützung für die vom Erdbeben im Jahr 2010 betroffenen Einwohner Haitis mit Hilfsgütern.

    „Juan Carlos I“ (Spanien)

    Es ist schwer, eines der mächtigsten Schiffe der spanischen Marine als nur rein Flugzeugträger zu bezeichnen. In der heimischen Klassifikation wird es als „Schiff für strategische Gewaltprojektion“ eingestuft und kann viele Aufgaben lösen. Konzeptionell ähnelt es den US-amerikanischen Schiffen Wasp, aber verfügt über eine Plattform für Flugzeuge. Bewaffnet ist die „Juan Carlos I“ hauptsächlich mit 25 Jagdflugzeugen AV-8 Harrier II. Außerdem gibt es vier Landepunkte für die schweren Hubschrauber CH-47 Chinook und einen Landepunkt für Wandelflugzeuge V-22 Osprey.

    Der spanische Flugzeugträger „Juan Carlos I“
    Der spanische Flugzeugträger „Juan Carlos I“

    Das Schiff  hat eine Wasserverdrängung von 27.000 Tonnen und kann bis zu 1200 Marineinfanteristen aufnehmen. Der doppelstöckige Hangar kann bis zu 46 Panzer Leopard 2E, vier Landungsboote und vier aufblasbare Landungsboote aufnehmen. Bestückt ist das Schiff mit 20-mm-Flugabwehrkanonen sowie Kurzstrecken-Fla-Raketenkomplexen. Kampferfahrung hat das Schiff nicht. Es nahm nur an Nato-Marineübungen teil.

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