05:07 22 April 2018
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    Neue „Russland-Sensation“ von US-Medien auch nur erfunden – The Intercept

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    Politik
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    Die US-Medien haben eine neue spektakuläre Meldung über die angebliche Einmischung Russlands in die US-Wahlen veröffentlicht, die sehr schnell widerlegt wurde. Darüber berichtete die publizistische Webseite „The Intercept“.

    Vorige Woche hatten US-Medien berichtet, russische Hacker hätten angeblich versucht, Wahlsysteme in 21 US-Bundesstaaten anzugreifen. Diese „sensationelle" Meldung hätte heftige Reaktionen hervorgerufen, obwohl sie lediglich auf Behauptungen des US-Ministeriums für Innere Sicherheit beruhe, hob der Verfasser des Artikels, Glenn Greenwald, hervor, der die Webseite „The Intercept" mitbegründet hatte. 

    Es habe erneut habe Vorwürfe gegeben, die von Donald Trump gewonnen Präsidentschaftswahlen 2016 seien illegitim gewesen.

    Allerdings habe sich die Geschichte als unwahr erwiesen: Am Mittwoch habe die Nachrichtenagentur AP berichtet, dass keine Hackerangriffe auf das Wahlsystem des US-Bundesstaates Wisconsin verübt worden seien. Wisconsin war zunächst in die Liste der betroffenen Bundesstaaten aufgenommen worden.

    In einer E-Mail an den stellvertretenden Wahleiter von Wisconsin teilte das Ministerium für Innere Sicherheit mit, es sei nicht die Wahlkommission, sondern das Arbeitsministerium des Bundesstaates gewesen, das von russischen IP-Adressen aus gescannt worden sei.

    Später sei die Geschichte endgültig zusammengebrochen. Der Staatssekretär des US-Bundesstaates Kalifornien habe die Informationen über Hackerangriffe auf US-Wahlsysteme zurückgewiesen:

    „Am vergangenen Freitag hatte das Ministerium für Innere Sicherheit mein Büro darüber informiert, dass Russen 2016 die mit dem Internet verbundenen Systeme ‚gescannt‘ haben, darunter auch Webseiten des Staatssekretärs. Nachdem wir weitere Angaben beantragt hatten, wurde klar, dass die Schlussfolgerungen des Ministeriums falsch waren", hieß es.

    Es sei nicht überraschend, dass Geschichten in den Medien manchmal widerlegt würden, schreibt Greenwald. Wenn die jüngste Geschichte über attackierte 21 US-Bundesstaaten ein Einzelfall wäre, würde man diese als menschlichen Fehler verbuchen. Allerdings würden „aufrührerische" Behauptungen über Russland von den Medien immer wieder unbekümmert verbreitet, obwohl sie fast immer lediglich auf haltlosen Aussagen von Regierungsbeamten beruhen würden. Bei der kleinsten Überprüfung würden diese Geschichten gewöhnlich zusammenbrechen.

    Jedes Mal würden solche „Sensationen" rasend schnell verbreitet und würden die öffentliche Meinung beeinflussen, und jedes Male würden die Menschen, die diese verbreitet hätten, schweigen, wenn diese Geschichten enthüllt würden.

    Alle Mittel seien also für die US-Medien gut, wenn es um Russland gehe, so Greenwald. So würden alle Aussagen der US-Beamten als die letzte Wahrheit veröffentlicht, wobei die Journalisten die Notwendigkeit, diese Aussagen mit Beweisen zu belegen, außer Acht lassen würden. 

    Die Ansichtsweise, dass Putin hinter jedem westlichen Problem stecke, sei zu einem „religiösen Dogma" geworden, sodass die Medien und ihre Reporter großzügig belohnt würden, wenn sie „anklagende" Beiträge zu den Themen Russland und Wahlbeeinflussung verfassen würden.

    Wie die Einstellung zu Trump und Russland auch sein möge, müsse man anerkennen, dass ein ungesundes Klima in den US-Medien herrsche, schreibt Greenwald abschließend. Es sei klar, dass die Debatten und die Berichterstattung über die Beziehungen der beiden Nuklearmächte höchst problematisch seien.

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    Tags:
    Wahleinmischung, Wahlen, Hackerangriff, Sensation, Medien, Russland, USA