08:18 20 November 2019
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    Spaniens Premierminister Mariano Rajoy

    Premier Rajoy verteidigt Vorgehen bei Referendum: „Polizei hat ihre Pflicht getan“

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    Politik
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    Spaniens Premierminister Mariano Rajoy hat das gewalttätige Vorgehen der nationalen Polizei während des Katalonien-Referendums verteidigt. Ihm zufolge haben die Ordnungshüter „ihre Pflicht getan“.

    Unter anderem sagte der Politiker, es habe kein Referendum über die Selbstbestimmung Kataloniens stattgefunden. Dabei werde Madrid dem Dialog mit Katalonien nicht ausweichen, betonte Rajoy vor Journalisten.

    „Morgen müssen wir die Arbeit an der Wiederherstellung der Verfassungs- und Institutionsordnung beginnen. Und zwar auf ruhige und zivilisierte Weise“, sagte der Premier und fügte hinzu, er werde „die Tür für den Dialog nicht schließen“. Er sei immer für einen fairen Dialog offen, aber „nur im Rahmen des Gesetzes“.

    Außerdem rief der spanische Regierungschef alle politischen Kräfte im Land dazu auf, zusammen über die Zukunft Spaniens nachzudenken.

    „Wir brauchen Einheit. Ich hoffe auf die Unterstützung der politischen Parteien, die für die Verfassungsgrundlagen eintreten. Deshalb rufe ich die politischen Kräfte und Parlamentarier dazu auf, zusammen über die Zukunft nachzudenken, die vor uns steht“, schloss Rajoy.

    Zuvor wurde unter Berufung auf das örtliche Gesundheitsministerium berichtet, dass die Zahl der Verletzten bei Zusammenstößen mit der Polizei beim Referendum auf 761 gestiegen worden sei.

    Um neun Uhr Ortszeit hatte in Katalonien das Unabhängigkeitsreferendum begonnen. Am Vorabend hatte das spanische Verfassungsgericht die Abstimmung verboten und die Polizei angewiesen, Schulen und alle Orte, an denen das Referendum stattfinden sollte, zu sperren. Die Polizei verkündete am Sonntag, die Mehrheit der 2315 Wahllokale unter ihre Kontrolle genommen zu haben. An manchen Orten beschlagnahmten die Beamten Wahlzettel und Wahlurnen. Die Regierung Kataloniens sprach allerdings von über 70 Prozent eröffneter Wahllokale, Angaben zu Verletzten hat sie bislang nicht kommentiert.

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    Tags:
    Polizeigewalt, Unabhängigkeitsreferendum, Mariano Rajoy, Katalonien, Spanien