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10:26 17 Juli 2019
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    IS Kämpfer in Syrien (Archivbild)

    Gezielte Jagd auf russische Kommandeure: Experte sieht bei IS Taktikwechsel

    © AFP 2019 / Abu Hadi Al-Hamwi
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    Die Terrormiliz Daesh (auch Islamischer Staat, IS) hat offenbar ihre Taktik in Syrien gewechselt: Statt massiver Angriffe auf die Regierungsarmee machen die Dschihadisten nun Jagd auf russische Führungsoffiziere, wie der Militärexperte Alexej Leonkow der Agentur Sputnik sagte. Dies sei der Preis für die „Doppelmoral“ der USA im Anti-Terror-Kampf.

    Russische Marineinfanteristen tragen maßgeblich zum Kampf gegen den Terror in Syrien bei. Stationiert sind sie auf einem Landungsschiff der russischen Marine, das bei Tartus vor Anker gegangen ist. „Es handelt sich dabei um eine Sondereinheit der Marineinfanteristen mit dem Auftrag, die Verbände der syrischen Regierungstruppen zu unterstützen“, sagt der Militärexperte Alexej Leonkow.

    Der Kommandeur dieser Eliteeinheit war Oberst Waleri Fedjanin. In Syrien war er als Berater tätig. Bei einem Hilfstransport in der syrischen Provinz Hama haben Terroristen sein Fahrzeug mit Mörsergranaten beschossen, er wurde verwundet und ist unlängst in einem Moskauer Armeekrankenhaus verstorben. Die Truppenärzte haben bis zum Schluss um sein Leben gekämpft, konnten es jedoch nicht retten, wie das russische Verteidigungsministerium mitteilte.

    „Einen Krieg ohne Verluste gibt es leider nicht“, sagt der Militärexperte Leonkow, „zumal Deir er-Zor ein sehr schwieriges Terrain ist – eben dort war der Oberst verwundet worden.“

    Und das sei ein Zeichen dafür, dass die Terroristen in Syrien ihre Taktik gewechselt haben. Vorher habe man den IS und die Dschabhat al-Nusra aus ihren Hochburgen vertreiben müssen, „jetzt wird um strategische Stellungen gekämpft – um Deir er-Zor zum Beispiel oder um die Überquerung des Euphrats“, so der Fachmann.

    Die Terror-Kämpfer hätten ihr Verhalten entscheidend verändert: „Haben sie vorher die Stellungen der syrischen Regierungsarmee massiv und wahllos beschossen, so entsteht seit Neuestem der Eindruck, als würden sie regelrecht die Offiziere jagen, die die Truppen gegen die Terroristen anführen“, erklärt der Experte. Spätestens seit dem Vorfall mit Waleri Assapow gehe es dabei auch um russische Offiziere, die die syrischen Regierungstruppen unterstützen.

    Der russische Generalleutnant Waleri Assapow ist Ende September in Syrien beim Beschuss durch IS-Terroristen ums Leben gekommen. Der Generalleutnant führte die Gruppe russischer Militärberater in Syrien an und befand sich auf einem Leitstand der syrischen Regierungsarmee unweit der Stadt Deir er-Zor.

    Russlands Vize-Außenminister Sergej Rjabkow erklärte, der Tod des Generals sei jener Preis, den Russland für die Doppelzüngigkeit der Vereinigten Staaten in der Regulierung der Krise in der Region bezahlt habe. Washington sei nur dem Wort nach an der Bekämpfung des IS interessiert. Doch seien „bestimmte politische und geopolitische Aufgaben“ für die USA wichtiger als das, was sie über das Engagement im Anti-Terror-Kampf erklärten.

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    Tags:
    Kommandeure, Taktik, Jagd, Analyse, Russlands Streitkräfte, IS, Syrien, USA, Russland