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12:21 20 Juli 2019
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    Bundeswehr während jüngsten Übungen in Litauen

    Neue Bundeswehr-Waffe könnte zu Ärger mit den USA führen – Medien

    © REUTERS / Ints Kalnins
    Politik
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    Die Bundeswehr sucht für ihre Soldaten ein neues Sturmgewehr. Es geht um den größten Gewehrauftrag der deutschen Streitkräfte in der jüngeren Geschichte. Doch die Ausschreibung enthält laut der Zeitung „Die Welt“ ein sehr brisantes Detail, das zu Ärger mit Donald Trump führen dürfte.

    Am 6. September habe die Bundeswehr detaillierte Anforderungen mit Bedingungen und Nachweisen an einige Waffenfirmen verschickt. Gesucht werde eine neue Sturmgewehr-Generation als Ersatz für das derzeitige G36. Es gibt jedoch eine wichtige Bedingung: Es soll „kein ITAR-Produkt“ sein. 

    ITAR steht für „International Traffic in Arms Regulations“ und umfasst Bedingungen, mit denen die USA den Export sensibler Technologie und deren Verbleib kontrollieren und regeln. Hochwertige amerikanische Rüstungstechnik wird von den USA fast ausnahmslos als ITAR-Produkt kategorisiert. Eine Technik, die auf der ITAR-Liste steht, darf auch in Europa nicht ohne Genehmigung produziert werden, hieß es

    Es gibt laut „Der Welt“ noch ein weiteres interessantes Detail: Als im Frühjahr das neue Sturmgewehr für die Spezialkräfte der Bundeswehr (KSK) ausgeschrieben wurde, gab es keinen Ausschluss sensibler US-Technik. 

    Das Beschaffungsamt der Bundeswehr will jedoch wegen der noch laufenden Angebotsphase keine Stellung dazu nehmen. Es werde allgemein darauf verwiesen, dass bei den ITAR-Regularien neben Berichtspflichten beispielsweise auch Nutzungsbeschränkungen für den Einsatz, die Ein- und Ausfuhr sowie für den Endverbleib festgelegt seien. 

    Offensichtlich wolle die Bundeswehr verhindern, dass die USA irgendwie kontrollieren und beeinflussen könnten, wo das G-36-Nachfolgegewehr einmal eingesetzt oder wohin es verkauft wird. 

    Laut der Zeitung haben sich bei der Ausschreibung Heckler & Koch, der bislang das G36 liefert, sowie das deutsch-österreichische Bündnis Rheinmetall/Steyr Mannlicher und der Hersteller SIG Sauer als deutsch-amerikanische Bietergemeinschaft beworben. 

    Beim Auftrag handle es sich um 120.000 neue Sturmgewehre für Gesamtkosten von 245 Millionen Euro, hieß es. Der Vertrag habe eine Laufzeit von sieben Jahren ab April 2019.

     

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    Tags:
    Waffen, Kontrolle, Ärger, Sturmgewehr, Auftrag, G36, ITAR-Produkt, Bundeswehr, USA, Deutschland