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02:40 21 September 2019
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    Russischer Soldat im Hubschrauber in Syrien (Archivbild)

    Zwei Jahre russische Waffen in Syrien

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    Politik
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    Im Laufe der zwei Jahre währenden Militäroperation in Syrien hat sich das Kräfteverhältnis im Nahen Osten stark verändert. Russland ist für lange Zeit dorthin zurückgekehrt, mit transparenten Plänen und zuverlässigen politischen Instrumenten.

    Moskau hat bewiesen, dass die „amerikanische Ausschließlichkeit“ ein Mythos für den inneren Gebrauch ist und Syrien ein souveräner Staat bleiben wird, der die gleichen Rechte wie andere Mitglieder der Uno hat. Und der Frieden wird in dieses Land in vielerlei Hinsicht dank den russischen Waffen kommen.

    Der Föderationsrat erlaubte am 30. September 2015 den Einsatz der russischen Streitkräfte im Ausland. Am selben Tag traf die russische Gruppierung der Luft- und Weltraumkräfte am Flughafen Hmeimim in der syrischen Provinz Latakia ein. Seit dieser Zeit absolvierten die Fliegerkräfte mehr als 23.000 Kampfflüge, versetzten 77.000 Luftangriffe, vernichteten 28.000 Extremisten und viel Infrastruktur des IS. Dabei befreite die syrische Regierungsarmee 87 Prozent des Landes, mehr als 500 Ortschaften, und ist dem Sieg über den Gegner nahe.

    Russischer Pilot auf dem Luftstützpunkt Hmeimim
    © Sputnik / Ramil Sitdikow
    Russischer Pilot auf dem Luftstützpunkt "Hmeimim"

    Nach Angaben der Sicherheitsdienste beteiligten sich an den Terroraktivitäten des IS im Irak und in Syrien vom Herbst 2015 bis zu 2500 russische Staatsbürger und rund 3000 Staatsbürger von GUS-Ländern, wobei der Zustrom ständig zunahm. Dann konnten viele von ihnen zurückkehren. Die Hauptziele der russischen Operation in Syrien war die Unterstützung der Regierungstruppen Syriens und die Zerstörung der Infrastruktur des IS, also die Vernichtung des Stützpunktes des Nahost-Terrorismus.

    Zugleich zeigte Russland die Fertigkeiten eines schnellen und verdeckten Ausbaus der Truppen in einer entfernten Region sowie modernste Technologien der Kampfführung. Zum ersten Mal setzte es im 21. Jahrhundert offen, massiv und effektiv Hochpräzisionswaffen – Marschflugkörper Kalibr und luftgestützte Marschflugkörper sowie strategische Raketenträger und Bomber – ein. Die Fliegerkräfte wurden vom Mittelmeer-Geschwader, allen vier Flotten und der Kaspischen Flottille Russlands unterstützt. 

    Russland demonstrierte im Nahen Osten die Möglichkeiten seiner Waffen und bestätigte damit die Richtigkeit des staatlichen Projekts zur Modernisierung der Streitkräfte, die die Erneuerung von 70 Prozent der Militärtechnik zum Jahr 2020 vorsieht. Dabei stieg die Nachfrage nach russischen Waffen auf dem Weltmarkt. Die russischen Flugabwehrsysteme S-400 werden selbst von einigen Nato-Ländern geordert.

    Das strategische Ergebnis der Operation der Fliegerkräfte war auch das am 9. August 2016 ratifizierte Abkommen zwischen Russland und Syrien über die unbefristete Stationierung einer russischen Flugzeuggruppe in der Provinz Latakia.

    Technik der IS-Kämpfer in Syrien (Archivbild)
    © Sputnik / Michail Alaeddin
    Technik der IS-Kämpfer in Syrien (Archivbild)

    In Dutzenden Militärkonflikten hatte die Strategie der USA und der Nato ähnlich ausgesehen – eine schnelle Zerschlagung des Gegners wurde dank einer eindeutigen militärtechnischen Überlegenheit erreicht. In Syrien war ebenfalls eine Art „Desert Storm 2“ geplant. Bis zur Einmischung Russlands wurden Raketen- und Bombenangriffe gegen Syrien von mehr als zehn Staaten der US-geführten Koalition ohne Einladung der legitimen syrischen Regierung und UN-Sanktionen versetzt.

    Diese Koalition attackierte seit September 2014 angeblich die Stellungen des IS, doch bis zum Auftauchen der russischen Fliegerkräfte versteckten sich die Extremisten kaum und glaubten an die eigene Unsterblichkeit. Offenbar wollten die USA nicht unbedingt den IS vernichten, sondern die Terrormiliz zum Sturz des syrischen Präsidenten Baschar Assad und zur Aufstellung einer Marionettenregierung in Syrien nutzen.

    Die US-Luftwaffe bemerkte beflissen nicht, dass die Terroristen die Ölinfrastruktur eingenommen hatten. Die Extremisten von Dschebhat an-Nusra sprachen selbst mehrmals von direkten Waffenlieferungen aus den USA.

    Russland regelte zusammen mit wenigen Verbündeten methodisch das Chaos, das vom Westen kreiert wurde. Die unter Teilnahme Russlands durchgeführte Koordinierung der Tätigkeit der Militärbehörden einiger Länder in der syrischen Richtung ist die neue Realität. Das vierseitige Informationszentrum zum Sammeln, Bearbeiten und Analysieren von Nahost-Informationen und das Zusammenwirken zwischen den Generalstäben Russlands, Syriens, Irans und Iraks in Bagdad, das im September 2015 ins Leben gerufen wurde, ermöglichte die Übernahme der militärpolitischen Initiative. Ein weiterer Schritt zum Frieden war das Memorandum über die Schaffung von Deeskalationszonen in Syrien. Bedroht wurden Strategie, Technologien und Einfluss des Westens im Nahen Osten.

    Geheime Schutzherren

    Im Frühjahr 2015 verlegten die Terroristen, die im Irak verdrängt wurden, den Schwerpunkt auf Syrien und nahmen rund die Hälfte des syrischen Territoriums unter Kontrolle, erhielten den Zugang zur Hauptstraße nach Damaskus. Das Ergreifen der syrischen Hauptstadt hätte den Verlust von ganz Syrien bedeutet.

    Im Juni 2016 rief Russlands Präsident Wladimir Putin dazu auf, eine internationale Koalition gegen den IS mit allen in der Region kämpfenden Ländern zu schmieden – unter Zustimmung des UN-Sicherheitsrates und der legitimen Regierungen. Dieser Vorstoß wurde im Westen nicht unterstützt. Die Erweiterung des Pseudo-Kalifats wurde fortgesetzt.

    Die russische Führung wendete zusammen mit den Verbündeten ein ganzes System von Maßnahmen zur Regelung der Krise an. Parallel machten die Vertreter der US-Koalition weiter wie zuvor – sie sagten das eine, planten und taten aber etwas anderes. Deswegen waren die IS-Extremisten nicht das einzige Problem, mit dem Russland in Syrien konfrontiert war.

    Die Herangehensweisen Russlands und der USA bei der Durchführung der Nahost-Operationen unterscheiden sich prinzipiell nach dem Niveau ihrer Legitimität. Vor perspektivische Ziele fest. Beim Einsatz von konventionellen Waffen verstieß Russland gegen kein einziges Prinzip des Völkerrechts bzw. das Verbot für den Einsatz einzelner Waffentypen. Dabei verspürten die russischen Fliegerkräfte seit den ersten Wochen in Syrien einen geheimen bzw. verdeckten Widerstand der Koalition, die außerhalb des rechtlichen Feldes vorgeht.

    Kalibr-Einsatz gegen IS
    © Sputnik / Wadim Sawitskij
    Kalibr-Einsatz gegen IS

    Washington reagierte nicht auf den Aufruf Russlands, die US-Flugzeuge aus dem syrischen Luftraum zu entfernen. Das Pentagon diskutierte im Oktober 2015, ob die USA Militärgewalt zum Schutz der „gemäßigten“ syrischen Aufständischen vor Russland nutzen sollen, und welche möglichen Folgen dies haben könnte. Zugleich forderte Saudi-Arabien in der Uno den Stopp der russischen Luftangriffe. Diese Besorgnis wurde von Frankreich, Deutschland, Katar, der Türkei, Großbritannien und den USA geteilt.

    Truppenrückkehr Russischer Kampfjets aus Syrien
    © AP Photo / Olga Balashova/Russian Defense Ministry
    Heute versucht man in der Uno nicht mehr, Russland Kriegsverbrechen im Nahen Osten vorzuwerfen. Die Länder, die die legitime Regierung Syriens mithilfe der Extremisten stürzen wollten, räumen die Dominanz des geopolitischen Willens Moskaus ein und führen gemeinsame Operationen gegen den IS durch. Niemand hat mehr Zweifel daran, dass Russland Syrien mit allen Mitteln und Kräften schützen wird, selbst die syrische Opposition wird prorussisch.

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    Einsatz, Truppen, Ergebnisse, Analyse, Russlands Streitkräfte, USA, Russland, Syrien