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20:24 18 Oktober 2019
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    Gas- und Ölfelder in Iran (Archivbild)

    Triumphales Comeback – Iran wieder auf Ölmarkt

    © AFP 2019 / Atta Kenare
    Politik
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    Der Iran hat im Jahr 2017, nach dem Ende der von 2012 bis 2015 geltenden internationalen Finanz- und Wirtschaftssanktionen, seinen Anteil am Öl-Weltmarkt zurückgewonnen. Teheran exportiert heute durchschnittlich 2,6 Millionen Barrel Rohöl pro Tag.

    Der russische Iran-Forscher Wladimir Saschin nahm in einem Interview mit Sputnik Iran Stellung zur Lage des Iran auf dem Ölmarkt.

    Der bisher schwerste Schlag habe die Wirtschaft und die Finanzen des Iran im Jahr 2012 getroffen, als die Europäische Union sowie Dutzende andere Länder sich den von den USA eingeleiteten restriktiven Maßnahmen angeschlossen hätten, so der Experte. So habe die EU den Import von Erdöl und Erdgas sowie die Verladung von Erdöl und Produkten der petrochemischen Industrie aus dem Iran verboten.

    Die langjährigen Bezieher von iranischem Öl wie Indien, China, Südkorea, die Türkei und Taiwan haben ihre Öl-Käufe im Iran um die Hälfte bis zu zwei Dritteln reduziert. Singapur, Malaysia, Südafrika und Sri Lanka verzichteten zum Jahr 2014 völlig auf den Import von iranischem Öl.

    Auch der Sturz der Öl-Weltpreise in den Jahren 2014 und 2015 wirkte sich katastrophal auf den Iran aus: Die Einnahmen aus dem „erlaubten“ Ölverkauf schrumpften auf einen geringen Bruchteil. Allein bei Öl haben sich die entgangenen Einnahmen auf mehr als 160 Milliarden US-Dollar belaufen. Der Kurs der nationalen Währung zum US-Dollar sank um mehr als die Hälfte. Die Inflation lag bei etwa 40 Prozent, das BIP des Iran ging um neun Prozent im Jahr zurück.

    Aber die realistische und pragmatische Haltung des 2013 gewählten Präsidenten Hassan Rouhani bei den Atomverhandlungen mit der internationalen Vermittlergruppe (die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und Deutschland) hat dazu verholfen, den Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplan (JCPOA) zu vereinbaren, der die Aufhebung der gegen den Iran verhängten Sanktionen vorsah.

    Noch vor dem Inkrafttreten des Plans im Januar 2016, Saschin weiter, hätten weitblickende Unternehmer damit begonnen, die Geschäftsbeziehungen zum Iran, darunter auch im Energiebereich, wieder herzustellen.

    Teheran habe seinerseits aktiv und durchdacht gehandelt, so der Experte. Nach der Entscheidung der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), die gesamte Ölproduktion um 1,2 Millionen Barrel zu reduzieren, hat der Iran eine Ausnahme für sich durchgesetzt und damit seinen früheren Marktanteil wieder bekommen.

    Teheran rechnet nicht mit einem hohen Ölpreis, sondern will mit hohen Exportmengen verdienen und steigert dementsprechend seine Ölproduktion. Der Ölpreis von 40 bis 50 US-Dollar je Barrel ist dem Iran genehm.

    Nach Angaben des Experten beträgt die jetzige Tagesförderung von Erdöl im Iran mehr als 3,8 Millionen Barrel und soll zum April 2018 auf vier Millionen Barrel und zum Jahr 2022 auf 4,5 Millionen Barrel steigen.

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    Tags:
    Markt, Öl, OPEC, EU, Hassan Rouhani, Wladimir Saschin, EU-Länder, Iran, USA