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09:58 14 Oktober 2019
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    Wladimir Putin mit Staatsbesuch in Ägypten (Archivbild)

    Putin füllt Machtvakuum in Nahost – Bloomberg

    © Sputnik / Mikhail Klimentiew
    Politik
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    Ob die Türkei, Israel oder Ägypten – Staats- und Regierungschefs aus Nahost statten dem Kreml gerne einen Besuch ab: Für sie ist Wladimir Putin der neue Mann in der Region, der ihre Interessen sichern und ihre Probleme lösen kann. Das berichtet die Agentur „Bloomberg“.

    Noch bis vor kurzem sei Washington für die Staats- und Regierungschefs aus Nahost das non plus ultra gewesen. „Doch die US-Führung verliert deutlich an Einfluss in der Region – ein Beweis für den Erfolg der russischen Militärintervention in Syrien.“

    Die russische Einmischung habe „die Wirklichkeit verändert, die Kräfteverhältnisse vor Ort verschoben“, sagt Dennis Ross, der Nahost-Berater mehrerer Generationen von US-Präsidenten, laut der Agentur. „Putin war erfolgreich damit, Russland als einen Faktor in Nahost zu etablieren. Deshalb verzeichnen wir einen ständigen Besucherstrom in Moskau“, so der Experte. 

    „Nun ist auch der saudische König Salman an der Reihe“, schreibt die Agentur.  Der Monarch komme am Mittwoch in die russische Hauptstadt – der erste Arbeitsbesuch eines Königs aus dem ölreichen Golfstaat in Russland.

    Sein dringendes Thema: Die Eindämmung des Irans. Der enge Verbündete Russlands wird von den meisten Golfmonarchien laut „Bloomberg“ als Todfeind wahrgenommen.

    Doch mit dem Erfolg wachsen auch die Sorgen. Es sei keineswegs ein leichtes Spiel, die teils widersprüchlichen Interessen unter einen Hut zu kriegen, schreibt die Agentur. Mit den Machtverhältnissen – die Möglichkeit eines Regimewechsels tendiere gegen null – hätten sich auch die Prioritäten verschoben.

    „Die Saudis und andere Golfmonarchien versuchen Russland dazu zu bringen, die Rolle des Irans in Syrien zu reduzieren, wo Hisbollah und andere Schiiten mit Teherans Hilfe Kampfverbände zur Unterstützung Baschar Assads aufgestellt haben“, schreibt die Agentur. „Für Russland wird es besser sein, es ergreift weder für die eine noch für die andere Seite Partei.“

    Der König Saudi-Arabiens, Salman ibn Abd al-Aziz (Archivbild)
    © AFP 2019 / Khalil Mazraawi
    Nur werde Putin seine Position nicht aufgeben – auch nicht, um es den Saudis recht zu machen. Auch der israelische Premier Benjamin Netanjahu, „der Russland in den letzten 18 Monaten vier Mal besucht hat“, habe Schwierigkeiten gehabt, Einfluss auf den russischen Präsidenten auszuüben. Eine 60 Kilometer breite Pufferzone in Syrien, die die schiitischen Kampfverbände und die Hisbollah von den israelischen Grenzen fernhalten würde, habe Russland abgelehnt. Moskaus Gegenvorschlag: Ein fünf Kilometer breiter Grenzstreifen.

    Dabei schaffe Moskau das Kunststück, die Kommunikation mit keiner der Konfliktparteien abreißen zu lassen – „weder mit dem Iran, noch mit Saudi-Arabien, der palästinensischen Hamas oder Israel“, schreibt „Bloomberg“.

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    Tags:
    Stabilisierung, Geopolitik, Führungsrolle, Bloomberg, Hisbollah, Wladimir Putin, Israel, Ägypten, Iran, Saudi-Arabien, Nahost, Russland