21:04 14 November 2019
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    Armee der Ukraine (Archivbild)

    Meinung: Bei Feldzug gegen Donbass kriegen die Ukrainer „was auf die Visage“

    © REUTERS / Gleb Garanich
    Politik
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    Groß wären die Verluste der Ukrainer beim Einsatz ukrainischer Truppen im Donbass. Mit dieser Erklärung will der ukrainische Generalstabschef den US-Amerikanern mehr Waffen für seine Armee abschwatzen. Sonst würden die ukrainischen Truppen wirklich ganz schön in die Mangel genommen, sagt der Militärexperte Viktor Baranez im Sputnik-Gespräch.

    Auf einen getöteten Soldaten kämen drei tote Zivilisten, sollte die ukrainische Armee eine gewaltsame Lösung des Donbass-Konflikts versuchen. Insgesamt sei bei solch einem Einsatz mit bis zu 3000 toten Soldaten und 10.000 zivilen Opfern zu rechnen, erklärte der Chef des ukrainischen Generalstabs, Viktor Muschenko, gegenüber der Zeitung „Ukrainskaja prawda“. Die Zahlen seien bei einem Planspiel ermittelt worden.

    Genug Waffen habe die ukrainische Armee dafür, betonte der ukrainische Generalstabschef laut dem Blatt, doch sei die Öffentlichkeit zur Gewaltanwendung in der Ostukraine nicht bereit.

    Der russische Militärexperte Viktor Baranez, Oberst a.D., sagte der Agentur Sputnik, die Erklärung des ukrainischen Generalstabschefs sei ein Wink mit dem Zaunpfahl an die US-Amerikaner:

    „Schwer bewaffnet sind die Aufständischen in der Ostukraine – so lautet die Botschaft dahinter. Der Oberbefehlshaber deutet an, dass die Ukraine mehr Waffen braucht.“

    Dabei habe der ukrainische Präsident unlängst verkündet: „Die ukrainische ist die stärkste Armee in Europa.“ Seriöse Experten aber „sehen Kiews Truppen auf dem 30. Platz“, erinnert der Experte. „Wenn die ukrainische Armee noch einmal in so einem Zustand in den Donbass stürmen würde, bekäme sie natürlich ordentlich auf die Visage“, stellt der Fachmann fest.

    Petro Poroschenko bei Militärparade zum Tag der ukrainischen Unabhängigkeit in Kiew (Archivbild)
    © Sputnik / Pressedienst des ukrainischen Präsidenten/ Mikhail Markiw
    „Ein heuchlerisches Spielchen“ seien die Erklärungen des ukrainischen Generalstabschefs, sagte der Experte. „Selbst die Omas auf dem Markt in Kiew sind seriöser.“

    Muschenko habe bereits eine Liste mit benötigten Waffen an Washington übermittelt, schreibt die Zeitung weiter. Verhandlungen hätten stattgefunden, jetzt hänge alles von der US-amerikanischen Seite ab. Was Kiew angefordert habe, seien unter anderem Waffen zur Flugabwehr, Panzerabwehrwaffen und EloKa-Mittel.

    „Der US-Kongress hat ja schon mehrmals erklärt, Waffen zu liefern. Auch Zahlen wurden genannt: Waffen im Wert von ganzen 500 Millionen Dollar sollten es werden. Nur ist das für eine Armee wie die ukrainische – die komplett durchgerostet ist – ein Tropfen auf dem heißen Stein“, sagt der Experte.

    Dennoch: „Jede Waffenlieferung bringt eine Kampfwertsteigerung mit sich. Natürlich träumt Poroschenko weiterhin, den Donbass durch Waffengewalt zu reintegrieren. Diese US-Waffen – sollten sie geliefert werden – würden dann Ukrainer im Südosten der Ukraine töten.“ Auf diese Weise wären die US-Amerikaner dann direkt in den Konflikt involviert – aber das seien sie ja von Anfang an gewesen, erinnert der Experte: „Die Krise ist von amerikanischer Hand erschaffen worden und wuchert auf Ratschlag amerikanischer Spezialisten immer weiter.“

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    Tags:
    Waffen, Krieg, Konfliktlösung, Streitkräfte der Ukraine, USA, Donbass, Ukraine