22:31 14 Dezember 2019
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    Serbiens Armee (Archivbild)

    Waffen aus Russland sichern Serbiens Neutralität gegenüber EU

    © AFP 2019 / ANDREJ ISAKOVIC
    Politik
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    Soll Serbien weiter Kurs auf die EU-Mitgliedschaft halten oder auf Annäherung mit Russland gehen? Diese außenpolitische Gratwanderung muss der serbische Präsident Aleksandar Vucic meistern, wie der Politologe Alexander Piwowarenko vom Institut für slawische Studien erklärt. Waffenlieferungen aus Russland sind Teil dieser mehrspurigen Strategie.

    Serbien ist auf allen Seiten von Nato-Ländern umgeben. In dieser Lage ist Belgrad geradezu gezwungen, in der Außenpolitik eine mehrgleisige Strategie zu fahren: Annäherung an die EU auf der einen Seite, freundschaftliche Beziehungen zu Russland auf der anderen.

    Doch: „Man soll sich in Russland keinen Illusionen hingeben und Serbien als einen echten Verbündeten ansehen“, rät der Experte. Denn Belgrad wird zunehmend in die Einflusszone der Europäischen Union integriert. Und es stimmt auch: „Serbien beteiligt sich an Nato-Maßnahmen – was sehr viel solider ist als die gemeinsamen Projekte mit Russland“, sagt der Analyst im Gespräch mit dem Portal „rueconomics“.

    Nur sei Belgrad für diese Art von Außenpolitik nicht zu verurteilen: Diese Politik sei eher eine „traurige Realität“ als eine „unfreundliche Geste“ in Richtung Moskau, ist der Politologe überzeugt. Die Beziehungen Russlands und Serbiens seien nun mal „facettenreich“ und „elastisch“.

    Dazu gehört es laut dem Experten auch, dass Moskau Waffen an Belgrad liefert: Jagdflugzeuge, Kampfpanzer und Spähpanzer wurden bereits an die serbische Armee übergeben – über den Verkauf von Flugabwehrsystemen wird noch verhandelt.

    Ein wichtiger Aspekt: „Diese Waffenlieferungen verpflichten Serbien zu nichts“ – im Unterschied zu den strengen Forderungen der EU-Länder, betont der Experte.

    So fordere Brüssel von Belgrad, die Unabhängigkeit Kosovos im Gegenzug für die Mitgliedschaft in der EU anzuerkennen. „Und die Anerkennung garantiert Serbien noch keine Aufnahme in die Europäische Union, sondern dient lediglich der Annäherung an Brüssel“, erklärt der Experte.

    Unlängst haben der russische Präsident Wladimir Putin und sein serbischer Amtskollege Aleksandar Vucic die Waffenlieferungen an Belgrad in einem Telefonat erörtert. Das Gespräch sei übrigens die ganze Zeit hindurch auf Russisch verlaufen, nur ein, zwei Mal habe der Dolmetscher einschreiten müssen, erklärte Vucic laut dem Portal.

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    Tags:
    Einfluss, Waffenlieferungen, EU, NATO, Kosovo, Russland, Serbien